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5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
Entstehung
Seite
136
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) ZO Die erste Session des deutschen Reichstages.

Ja, damit kann man viel Mißbrauch treiben; eS kommtdarauf an, was man unter demwir" versteht. Inmeinem Sinne verstehe ich unter demwir" unddamit unterschreibe ich vollständig den Satz die etwa20 Herren Abgeordneten die sich hier als Volk gerieren,und zwar als polnisches Volk. Sie, meine Herren,Sie sind wirklich kein Volk, auch vertreten Sie kein Volk,Sie haben kein Volk hinter sich, Sie haben nichts hintersich als Ihre Fiktionen und Ihre Illusionen, und zudenen gehört unter andern:, daß Sie vom polnischenVolke hierher in den Reichstag gewählt seien, um diepolnische Nationalität zu vertreten. Ich weiß auch etwasdavon, wozu Sie gewählt worden sind. Ich habe csIhnen schon bei früheren Gelegenheiten auseinandergesetzt,und kann Ihnen darüber auch jetzt nähere Spezialitätengeben. Sie sind gewählt, um die Interessen der katho-lischen Kirche zu vertreten, und wenn Sie das thun, so-bald diese Interessen in Frage kommen, so werden SieIhre Schuldigkeit gegen Ihre Wähler erfüllen. Denndazu sind Sie ehrlich gewählt, dazu haben Sie das volleRecht; aber hier das polnische Volk oder die polnischeNationalität zu vertreten, dazu haben Sie das Mandatnicht! Ein solches Mandat hat Ihnen kein Mensch ge-geben, und das Volk im Großherzogtnm Posen und inWestpreußen am allerwenigsten; es teilt nicht die Fik-tionen, die Sie verteidigen: daß die polnische Herrschaftgut gewesen wäre oder nicht schlecht, wie der HerrVorredner sich ausdrückte. Bei aller Unparteilichkeit undbei aller Neigung, gerecht zu sein, kann ich Ihnen ver-sichern, sie mar ganz herzlich schlecht, und darum mirosie niemals wiederkommen! (Bravo!)