Posen und Westprenßen gehören znm Deutschen Reich.
Ich bestreite dem Herrn Vorredner und seinen Mit-antragstellern zunächst das Recht, sich hier ans die Worteder Thronrede zu berufen. In der Thronrede ist dieRede von anderen Völkern und Staaten, deren Selb-ständigkeit geschont werden soll. Die Herren gehören zukeinem anderen Staate und zu keinem anderen Volke alszu dem der Preußen, zu dem ich selbst mich zähle, undkönnen Posen und Westpreußen, langjährige Bestandteileder preußischen Monarchie, nicht zu denjenigen andernVölkern und Staaten zählen, welche in der Thronredegemeint sind. Es ist das eine der Fiktionen, die denBlick trüben und das Urteil fälschen.
Ich bestreite den Herren ferner das Recht, im Namender Bevölkerung irgend eines preußischen Landesteiles zusprechen, welches auch die Sprache dieser Bevölkerungsein mag. Ich will nicht daran erinnern, daß Sie ge-setzmäßig hier nur die Gesamtheit des Volkes und nichteinen einzelnen Landesteil vertreten und keine Spezial-mandate haben können; ich will nur daran erinnern,was ich Ihnen bei einer früheren Gelegenheit gründlichernachgewiesen habe, daß Ihre Wähler mit dem, was Siehier angeblich im Namen Ihrer Wähler erklären, nichteinverstanden sind, und daß die Sache von solcher Noto-rietät ist, daß ich mich darüber jedes Beweises überhobenhalten kann. Ihre Landsleute haben mit demselbenMute und mit derselben Hingebung für die Sache, welcheuns hier vereint, gestritten, wie die Bewohner jedesanderen Teils von Preußen, und Ihre Landsleute, dieSie hier vertreten, sind für die Segnungen der preußischenKultur gerade so dankbar, wie die Bewohner Schlesiensund anderer Provinzen. (Lebhafte Zustimmung.)
Ich bestreite Ihnen ferner — und ich glaube, es