112 Der Nordd. Reichstag bis zum Kriege mit Frankreich.
Was ihn abschreckt, ist die Furcht, es könne mißlingen;für den Fall, daß es gelingt, ist er entschlossen, seinLeben daran zu setzen; wenn es ihm gelingt, dann hater die Entschädigung, daß das, wofür er sein Lebenopfern will, erreicht ist. Aber das Gefühl, das ihn be-schleicht, wenn er sich sagen muß, daß es mißlingenkann und die Todesstrafe ihm doch droht, ist ein anderes,als wenn er sich sagen kann: mißlingt es, gut, dannwirst du eingesperrt, der nächste Aufstand befreit dichvielleicht, wie lange kann das dauern? Wenn auch dasmißlungene Attentat mit dem Tode bestraft wird, sokann das vielleicht manchen zurückschrecken und, meineHerren, eine solche Schandthat, die vielleicht bevorstände,ungeschehen machen. Wir würden dann doch mit einemandern Gefühle in die Zukunft sehen, als wenn vielleicht,bald nachdem Sie einen andern Beschluß gefaßt und dieRegierungen ihm zugestimmt hätten, ein solches Attentatwas Gott verhüten möge, vor sich ginge. Ein jederwürde sich fragen, welches Maß von moralischer Ver-antwortlichkeit trägst du allenfalls daran? (Sehr wahr!)
Die Regierungen haben geglaubt, diese Verantwort-lichkeit nicht tragen zu sollen.
Meine Herren, ich erneuere die dringende Bitte,geben Sie diesem erstgeborenen Reichstage, wie ich ihngestern nannte, den glänzenden Abschluß, der uns bevor-steht, wenn wir dieses große Werk vollenden, schlagenSie ein in die Hand, die heute die Negierungen weitVorgebeugt Ihnen entgegenreichen, stoßen Sie sie nichtzurück! (Lebhaftes Bravo!)
Der Redner korrigierte dann noch in persönlicher Bemerkungeinen Irrtum des Abg. Lasker:
Ich erlaube mir nur, eine meiner Aeußerungen klar