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5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
Entstehung
Seite
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Z8 Der Nordd. Reichstag bis zum Kriege mit Frankreich.

daran, wie der Herr Vorredner zwar nicht als möglichschilderte, aber doch supponierte, daß in Bayern diePartei, welche Wortbruch und Fremdherrschaft auf ihreFahne geschrieben hat, je ans Ruder kommen kann; ichglaube daran, daß die Verträge ehrlich gehalten werden,wenn auch vielleicht die rechtzeitige Beschaffung der nötigenmilitärischen Kräfte um so mäßiger aus fallen wird, jeweniger man eigene Gefahren zu fürchten hat, je sichererman vor dem Westwind durch besagten Mantel gedeckt ist.

Ich will aber die militärischen Möglichkeiten garnicht in Betracht ziehen, denn der Unterschied, ob wir denBeistand der süddeutschen Truppen kraft der Verträgeoder kraft des Beitrittes der süddeutschen Staaten zumNorddeutschen Bunde haben, ist mir doch nicht so wesent-lich; er wird vielleicht auf die Kriegstüchtigkeit und dieZahl der süddeutschen Truppen einen Einfluß haben.Die Supposition also, daß dieser Zipfel, diese Insel desNorddeutschen Bundesgebiets, welche Baden bilden würde,militärisch isoliert sein könnte, kommt mir nicht bei. Aberwirtschaftlich! das ist eine Frage, die der Herr Vorrednerschon berührt hat, und die Art, wie Sie dieses Berührenausnahmen, bewies mir zu meinem Bedauern, daß Siein den Zumutungen, die Sie einzelnen Bundesgenossenzu machen bereit sind, doch etwas hart sind. Einmalwürde, wenn also das Großherzogtum Baden heute Bundes-gebiet würde, wie der Herr Vorredner schon ganz richtigbemerkte, die Freiheit der Entschließung des NorddeutschenBundes in Bezug auf die künftige Bildung des Zollver-eins nicht mehr stattfinden, man würde wenigstens imSüden nicht mehr an sie glauben, man würde uns nichtfür so hart halten, wie einige der dem Herrn VorrednerWidersprechenden uns haben wollten, und es würde uns