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5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
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Seite
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Die Aufnahme Badens in den Norddeutschen Bund. Z7

ja nicht wissen, wie die konstitutionellen Verhältnisse inBayern sich gestalten werden, ob dort bald eine Neuwahlbevorsteht oder nicht. Ich bin darüber nicht so genauunterrichtet, wie der erste Herr Redner über Baden, aberwenn noch in diesem Jahre in Bayern eine Neuwahlstattfinden sollte, wäre es dann nicht ein Verlust vonwenigstens einer bayerischen Wahlperiode, wenn wir derPartei, die dort jetzt noch die Majorität hat, irgend einenscheinbar plausiblen Grund zu dem Vorwurf einer Pres-sion, übertriebener Ansprüche, des Nichtabwartens frei-willigen Entschlusses an die Hand gäben, wenn wir fürdie dortigen Wahlmanöver, von denen wir genug undmehr, als ich zu glauben geneigt bin, gehört haben, einesolche Handhabe lieferten, wodurch das bayerische Selbst-gefühl von neuem über angebliche Vergewaltigung durchden Norden aufgestachelt werden könnte?

Wir müssen die Wirkung betrachten, welche die Ein-verleibung auf das Großherzogtum selbst, und welche sieauf Bayern und Württemberg ausüben würde nach dergeographischen Konfiguration, die damit dem NorddeutschenBundesgebiet gegeben werden würde. In Bezug auf denWesten könnte der Bund dann zu Süddeutschland sagen:Mit meinem Mantel vor dem Winde schütze ich dich"; eswäre dann Bundesgebiet zwischen dem Süden und allenUnannehmlichkeiten, die dem Süden von Westen her kom-men könnten; die Südstaaten außerhalb des Bundes hättendann nur noch eine ausländische Grenze, die mit Oester-reich, von dem sie auch nichts fürchten; es läge also eineAufforderung zu anstrengenden Militärleistungen für ge-meinschaftliche Zwecke in dieser geographischen Konfigurationgerade nicht. Ich will indessen die militärische Seite derSache gar nicht in Betracht ziehen. Ich glaube nicht