Druckschrift 
5 (1887) Der Reichskanzler Fürst Bismarck : 1870 - 1871
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

Die Aufnahme Badens in den Norddeutschen Bund. 31

treiben. Insofern, als ein solcher Antrag, eine solcheDiskussion hier ans Tageslicht kommt, ohne die mindesteVerabredung Mt mir, und ohne daß Sie sich darübervergewissern, daß die Abgabe der Erklärung, die zu gebensie nach nötigt, mir nicht im höchsten Grade unerwünschtsei meine Herren, in dieser Weise können wir keinegemeinsame Politik treiben; wenigstens entziehen Sie mirjede Stütze, die Sie, bereitwillig mir zu gewähren, früherallerdings öfter in Aussicht gestellt haben.

Zweitens ist der Eindruck für mich der des Be-dauerns gewesen, weil ich unter der Wirkung der Rededes Herrn Abgeordneten Lasker mich nicht ganz von derBesorgnis losmachen konnte, daß dieser Antrag aller-dings, wie der Herr Vorredner sagte, im Austrage ge-stellt sei, aber nicht in meinem! Der Herr Rednerbekundete so intime Beziehungen zur Grobherzoglich ba-dischen Regierung, wie sie selbst mir nicht eigentümlichsind. Der Herr Redner wußte nicht nur genau überderen Intentionen Bescheid, sondern machte sich auch an-heischig, wie mir schien, das etwa in den Akten fehlendeAmtliche sofort zu beschaffen. Mir wurde dadurch derEindruck, daß der Herr Redner mehr im Interesse derbadischen Regierung, als im diesseitigen sprachest) kannmich vielleicht irren, und ich würde mich herzlich freuen,wenn meine Besorgnis unbegründet wäre. " Äus denWorten des Redners war eine gewisse Müdigkeit derbadischen Regierung, die Opfer, die er mit Recht an ihrgerühmt hat, weiter zu leisten, herauszulesen; eine Mü-digkeit, die mir direkt gegenüber nicht hat ausgesprochenwerden wollen, eine Müdigkeit, in deren Vorhandenseinich gern Mißtrauen setze, an die ich nicht glauben möchte.Aber wenn nun hier von meiner Seite eine Antwort er-