ZstO Der Abg. v. Visinarck-Schönhausen 1847—1862.
nichts andres, als eine Mediatisierung Preußens, nichtunter die Fürsten, sondern unter die Kammern der kleinenStaaten, und ein Krieg, für die Union von Preußengeführt, könnte mich nur lebhaft an jenen Engländer er-innern, der ein siegreiches Gefecht mit einer Schildwachebestand, um sich in dem Schilderhaufe hängen zu können,ein Recht, welches er sich und jedem freien Briten «in-dizierte. Sollten wir trotzdem dahin getrieben werden,für die Idee der Union Krieg zu führen, meine Herren,es würde nicht lange dauern, daß den Unionsmännernvon kräftigen Fäusten die letzten Fetzen des Unions-mantels heruntergerisfen würden, und es würde nichtsbleiben als das rote Unterfutter dieses sehr leichten Klei-dungsstückes. Am wenigsten kann ich glauben, daß dieStaatsmänner, die im Sommer 1848 den Freundschafts-bezeugungen einer Handvoll Berliner Proletarier sichnicht erwehren konnten, stark genug sein würden, wenneinmal der Brand entzündet ist, im Kampfe mit derUebermacht die dargebotene Hand der polnischen, ita-lienischen, ungarischen und deutschen Demokraten zurück-zuweisen. Es würde dahin kommen, daß ein Staats-mann Recht behielte, der zur Zeit der aufgelösten Kam-mer an dieser Stelle saß und der am 31. Oktober inder bekannten vernagelten Sitzung den Antrag stellte,sofort der ungarischen Revolution zu Hilfe zu eilen, imNamen Deutschlands, gegen den Erben einer langenReihe deutscher Kaiser. Es ist eine seltsame Bescheiden-heit, daß man sich nicht entschließen kann, Oesterreichfür eine deutsche Macht zu halten. Ich kann in nichtsandern: den Grund hiervon suchen, als daß Oesterreichdas Glück hat, fremde Völkerstämme zu beherrschen,welche in alter Zeit durch deutsche Waffen unterworfen