2Z Der Abz. v. Vismarck-Schönhausen 1847—1852.
ich durch das, was ich sagen werde, einigen nicht ganzschmeichelhaften Aenßerungen gestriger Redner gewisser-maßen in den Wurf laufe. Ich muß öffentlich bekennen,daß ich einer Richtung angehöre, die der geehrte Ab-geordnete von Krefeld gestern als finster und mittel-alterlich bezeichnete, derjenigen Richtung, welche es noch-mals wagt, der freieren Entwickelung des Christentums,wie sie der Abgeordnete von Krefeld für die einzig wahrehalt, cntgegenzutreten. Ich kann ferner nicht leugnen,daß ich jenem großen Haufen angehöre, welcher, wie dergeehrte Abgeordnete aus Posen (Abg. Naumann) be-merkte, dem intelligenteren Teile der Nation gegenüber-steht und diesem intelligenteren Teile in, wenn meinGedächtnis mich nicht täuscht, ziemlich geringschützenderWeise entgegengesetzt wurde, dem großen Haufen, welchernoch an Vorurteilen klebt, die er mit der Muttermilcheingesogen hat, dem Haufen, welchem ein Christentum,das über dem Staate steht, zu hoch ist. Wenn ich michin der Schlnßlinie so scharfer Vorwürfe ohne Murre»befinde, so glaube ich auch die Nachsicht der hohen Ver-sammlung in Anspruch nehmen zu dürfen, wenn ich mitderselben Offenheit, welche die Aenßerungen meinerGegner charakterisiert, bekenne, daß e§ mir gestern inmanche» Augenblicken von Zerstreutheit nicht ganz gegen-wärtig blieb, ob ich mich in einer Versammlung befände,für deren Mitglieder das Gesetz hinsichtlich der Wähl-barkeit die Bedingung der Gemeinschaft mit einer derchristlichen Kirchen aufstellt. Ich gehe zur Sache selbstüber. Tie meisten Redner haben über das vorliegendeGesetz sich weniger ausgesprochen, als über die Emanzi-pation im allgemeinen. Ich folge diesem Wege! Ichbin kein Feind der Juden, und wenn sie meine Feinde