16 Der Abg. v. Bismarck-Schönhausen 1847—1852. i
was thun wir anders als daß wir ihn drängen undtreiben, wenn wir jetzt schon dem Throne mit Bitten ;um Abänderung der Gesetzgebung nahen? Dem Gewichtedieser Betrachtung bitte ich die hohe Versammlung nocheinen andern Grund hinzuzufügen. Es ist gewiß be-kannt, wie viele trübe Vorhersagungen seitens der Gegnerunsrer Verfassung daran geknüpft worden sind, daß das ^Gouvernement sich durch unsre Stände in eine Positiongedrängt sehen werde, die es freiwillig einzunehmen nichtfür gut befunden haben würde. Wenn ich aber auch l.nicht annehme, daß das Gouvernement sich drängen lassen !werde, so glaube ich doch, daß es im Interesse desselben :liegt, auch den allergeringsten Schein der Unfreiwilligkeit !einer Konzession zu vermeiden, und daß es in unser iAller Interesse liege, den Feinden Preußens nicht dieFreude zu gönnen, daß wir durch eine Petition, einVotum, das wir als Vertreter von 16 Millionen Unter-thanen hinreichen, einen Schein von Unfreiwilligkeit aufeine solche Konzession werfen. Es ist gesagt worden, ^Se. Majestät der König und der Herr Landtagskommis- > -sarius selbst haben auf den Weg der Petition hin- ! '
gewiesen; ich habe dies nicht anders verstanden, als daß, U
wie der König, so auch der Landtagskommissarius nurdiesen Weg als den gesetzlichen bezeichnet hat, den wir j
einschlagen könnten, sobald wir uns verletzt fühlten; daß !
es aber Sr. Majestät dem Könige und dem Gouver- !
nement willkommen wäre, wenn wir von diesem Rechte i
Gebrauch machten, habe ich nicht entnehmen können. ^
Wenn mir dies nun doch thun, so sollte man glauben, j >
daß dringende Gründe vorhanden wären, daß eine Ge-fahr im Verzüge vorläge; davon kann ich mich abernicht überzeugen. Die nächste Wiederkehr der Versamm- ^