Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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heit, der Grad der Bildung, die Selbstthätigkeit, die Selbst-bestimmung Nummer eins sind. Der Meusch muß sich selbsthelfen. Stellvertretung giebt es im Reiche des Irdischen nicht,geschweige im Geistigen.

Selbst ist der Manu!"

2)Verbesserung der Sitten und Gewohnheitender arbeitenden Klassen."

Diese Tendenz verdeutlicht die Gewißheit, daß derZentralverein die allseitige Veredlung der arbeitenden Klassenim Auge hat. Auf Almosengeben ist es in keiner Hinsicht ab-gesehen ; die Vereine werden dieses den Armenkonnnissionen über-lassen; sie sind keine Armenkommissionen, keine ordinären Wohl-thätigkeitsanstalten.

Die Erreichung der Zwecke setzt eine vollständige Erkenntnisder Verhältnisse und Lagen der arbeitenden Klassen an allenOrten voraus; ohne sie kann nicht einmal ein ersprießlicher Anfangder Thätigkeit gemacht werden. Folglich ist es die erste Aufgabeder Lokalvereine, die Lage der arbeitenden Klassen zu erforschen,und, wo sich Armut und Elend in mehr als natürlichem Maßezeigt (Arme habet ihr allezeit bei euch!"), d. h. wo die Spurenkünstlicher Armut oder der sogenauute Pauperismus sichzeigt, die Quellen uud Ursachen desselben aufzuspüreu und nach-zuweiseu. Nur so ist mehr als Palliativ-, ist Radikalkur mög-lich. Die Quellen der Armut zu verstopfen, das ist die eigent-liche Aufgabe der Vereine. Wir werden also Missionare, nichtnach entfernten Weltgegenden, sondern in die Unglücksstättenunserer Mitbürger auszuseuden haben. Wir werden die that-sächlichen Berichte, nicht über Zustände uud Länder, von denenuns Ozeane trennen, und von deren Wahrheit sich kein Leserdurch Okularinspektion überzeugen kann, sondern über Verhältnisseund Orte, die jeder mit eignen Füßen betreten kann, zu lesenbekommen. Wir werden uns unter uns zurecht finden lernen.Wir werden anfangen, den Blick in die Nähe zu richten. UnsereBlätter werden sich mit Darstellungen unserer Verhältnissestillen. Mögen diese und jene Blätter fortfahren, ihre Leser mitden Nachrichten über die Erforschung fremder Länder und die