Druckschrift 
2 (1885) Der Ministerpräsident v. Bismarck-Schönhausen : 1862 - 1866
Entstehung
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

Herr v. Bismarck fürchtet sich nicht v. d. Demokratie. 159

Staat habe sich überlebt, und die Zeit sei gekommen,wo er andern historischen Gebilden Platz zn machenhabe. Soweit sind wir aber noch nicht! Ich erinnereSie an eine Anekdote, die in früheren Zeiten bei derGrundsteuerverhandlung in diesen Räumen häufig citiertwurde. Es ist das Schreiben König Friedrich Wil-helms I. an ein Mitglied der ostpreußischen Stände beiEinführung der Grundsteuer; er sagte darin, wenn ichmich der Worte richtig erinnere:

„Was ich ruiniere, das ist das nis xo^vatam derJunker; Ich etabliere die souvsraiusts oomms uu roobsrcks droime."

Der ro oster äo streune steht noch heute fest; erbildet das Fundament der preußischen Geschichte, despreußischen Ruhmes, der preußischen Großmacht und desverfassungsmäßigen Königtums! Diese ehernen Felsenwerden Sie nicht zu erschüttern vermögen durch IhrenNationalverein, durch Ihre Resolution und durch Ihrststeruin Vsto! (Bravo! rechts. Zischen links.)

13. Herr v. Gismarck fürchtet sich nicht vor derDemokratie.

22. Januar 1864.

Der altliberale Abgeordnete, frühere Minister Graf ».Schwerin-Putzar, protestierte gegen verschiedene der letzteren Auslassungendes Ministerpräsidenten: „Ich handle als Preuße!" rief er aus, „undhabe mich bisher immer so gezeigt, daß man mich stets für einenguten Preußen hat halten können!" Und weiter: „Ein noch ge-fährlicherer Satz scheint mir der zu sein, daß der Herr Minister-präsident nur dasjenige Staatsinteresse anerkennen will, das dieMehrzahl der Bajonette auf seiner Seite hat. Wenn doch so vielvon altpreußischen Grundsätzen gesprochen worden ist — das istein solcher altpreußischer Grundsatz nun und nimmer gewesen, son-