116 Die schleswig-holsteinische Frage. 1863—1864.
Krone damit einen Vorwurf des Mangels an Mut undHingebung in Verteidigung der Rechte Sr. Majestät desKönigs machen zu wollen. Ich kann es namentlich des-halb nicht glauben, weil der Herr Vorredner selbst inder Lage gewesen ist, zu erfahren, wie viel von diesenbeiden Eigenschaften dazu gehört, um auch nur drei Mo-nate hindurch in einer analogen Stellung, wie die unsrigeist, den Anfeindungen einer Welt, nicht in Waffen, aberin Reden, gegenüberzustehen. (Bravo!) Hat der HerrVorredner aber damit sagen wollen, daß wir unsre Stel-lung auf dem Grunde der preußischen Verfassung dahinauffassen, daß wir dem Könige in der Regierung seinesLandes, nicht aber dem Parlamente im Beherrschen desKönigs dienen: dann hat er Recht gehabt! (Bravo!)
3. Die Verdienste der Landrüte.
19. November 1863.
Der Freiherr v Zedlitz-Neukirch wies im Verlauf derAdreßberatung (immer in derselben 4. Sitzung des Herrenhausesvom 19. Novbr. 1863) auf die Verdienste hin, welche sich nament-lich die Landräte um die Verteidigung der Regierung erworbenhätten: „Die Landräte gehören in unsrer Beamtenhierarchie zueiner der einflußreichsten Kategorien, weil sie in unmittelbarer Be-rührung mit allen Kategorien des Volkes stehen. Gerade deshalbaber wird auch ihre Autorität von unten her auf das allerentschie-denste angefeindet, und da hätte ich doch gewünscht, daß von obenherab die Autorität der Landräte recht gestützt worden wäre. Essind (im Abgeordnetenhause) bei Gelegenheit der Wahlprllfungeneinigen der Herren Landräte die bittersten Vorwürfe gemacht worden,daß sie bei den Wahlen in der Beeinflussung zu weit gegangenwären. Ueber die speziellen Fälle habe ich kein Urteil, glaube aber,daß die Männer, die da zu weit gegangen, die über das Ziel hin-ausgeschossen haben, dies nur aus Treue und Hingebung für ihrenKönig gethan haben, und ich hätte wohl gewünscht, daß bei dieser