Druckschrift 
2 (1885) Der Ministerpräsident v. Bismarck-Schönhausen : 1862 - 1866
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

114 Die schleswig-holsteinische Frage. 1863 1864 .

darin Preußens, wäre an sich schon eine wesentlicheGefahr für die preußische Monarchie, eine Gefahr, mitwelcher in jedem Kriegsfälle gerechnet werden müßte,eine Gefahr, welche einen erheblichen Teil unsrer Truppenabsorbieren und an andern Stellen unverwendbar machenwürde.

Aber eine Bewegung, deren Leiter die unerhörtestenVerbrechen als regelmäßige politische Mittel in ihrenKodex ausgenommen haben, welche der Sittlichkeit biszur Apotheose des Meuchelmordes den Rücken gedrehthat eine solche Bewegung, eine solche Partei in keinemuns benachbarten Lande zur Herrschaft gelangen zu lassen,daran hat die preußische Regierung das lebhafteste Inter-esse! (Lebhaftes und wiederholtes Bravo.)

Das Mitglied des Herrenhauses, v. Waldaw-Steinhöfel,gab seine volle Zustimmung zn dieser Erklärung zu erkennen:Einsjede Regierung, die an der Spitze des preußischen Staates gestandenhatte, möge sie hervorgegangen sein, aus welcher Partei sie wolle,der äußersten Linken, der Rechten oder der Mitte, sie würde impreußischen wie im deutschen Interesse niemals im stände gewesensein, ein andres Verfahren zu befolgen, als dis gegenwärtige Re-gierung befolgt hat. Daß die Adresse ihr dafür den offensten Dankdes Landes ausspricht, dafür bin ich der geehrten Kommission, diesie verfaßt hat, zu Dank verpflichtet, und den spreche ich hiermitaus." (Bravo!) Der Ministerpräsident fügte hinzu:

Ich erlaube mir, die Berichtigungen des geehrtenHerrn Vorredners gegen die Aeußerung desjenigen Red-ners, welcher vor ihm auf der Tribüne stand (GrafBninski), nur in einem Punkte zu vervollständigen. Diekönigl. Staatsregierung hält sich für berechtigt, jenenDank, welchen das Herrenhaus beabsichtigt, ihr auszu-sprechen, nicht nur im Namen der 700 000 deutschenBewohner des Großherzogtums Posen entgegenzunehmen,sondern auch im Namen der zahlreichen polnisch reden-