Zunge zeichnet er ein Schreckensbild von der blinden Wut eineszügellosen Pöbels, „dein schrecklichsten der Schrecken".
„Heil'ge Ordnung, segensreicheHimmelstochter, die das GleicheFrei und leicht und freudig bindet,
Die der Städte Bau gegründet,
Die herein von den GefildenRief den ungesell'gen Wilden.
Eintrat in der Menschen Hütten,
Sie gewöhnt zu sanften Sitten,
Und das teuerste der BandeWob, den Trieb zum Vaterlande."
Selbst ill den excentrischsten seiner Dramen, in den „Räubern"und im „Fiesco", zeigt er uns den Untergang derer, die durchGesetzlosigkeit die Gesetze aufrecht erhalten oder durch frechenAufruhr wieder Herstellen, den Zweck durch die Mittel heiligenwollen. Und im „Walleilstein" selbst, den er sonst als Mannidealisiert, eröffnet er vor unfern Blickeil den Abgrund, in welchender unrettbar hineinstürzt, der durch Ehrgeiz geleitet, Trenbrnch.und Verrat übt an dem, dem er Treue geschworen. Sein „Posa"dagegen donnert Worte und Gedanken gleich Feuerbränden in dieSeele eines mißtrauischen Tyrannen, den Aufstand der Nieder-länder gegen Gewalt und Zwingherrschaft verherrlicht er durchsein wundervolles Talent, und sein „Teil" wird, solange Menschen-herzen für Vaterland und Freiheit schlagen, heilige Begeisterungwecken für diesen großeil Namen.
„Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht.
Wen» der Gedrückte nirgends Recht kann finden,
Wenn unerträglich wird die Last, greift erHinauf getrosten Mutes in den Himmel,
Und holt herunter seine ew'gen Rechte,
Die droben hängen unveräußerlichUnd unzerbrechlich wie die Sterne selbst.
Der alte Urständ der Natur kehrt wieder,
Wo Mensch dem Menschen gegenüber steht,
Zum letzten Mittel, wenn kein andres mehrVerfangen will, ist ihm das Schwert gegeben.
Der Güter höchstes dürfen wir verteid'gen."