man füllte die Eisenärte mit Tupfer aus oder vereiserte dasKupfer. Dieses und ähnliches ist merkwürdig zn sehen. — Inder Sammlung aus der christlichen Zeit interessierten mich ammeisten die in Holz eingeschnittenen Kalender, ans welchen Sym-bole die christlichen Feste bezeichneten.
In noch weit höherem Grade reizten mich die Anschauungenanderer Art, aus der neueste» Zeit, die ins Ungeheure gehen,ich meine die Flotte und was damit zusammenhängt: die Schiffs-werften, das See-Arsenal n. s. w. Nur auf unmittelbaren Befehldes Königs wird der Reisende zngelaffe». Der preußische Ge-schäftsträger, Herr Baron v. Schleunitz, hatte die Freundlichkeit,für mich diesen Befehl anszuwirken. Es wurde ein Seeoffizierkommandiert, mir alles zn zeigen. Derselbe erwartete mich9 Uhr morgens in der sogenannten Zollbnde am Eingang desHafens. Seine Kleidung glich der der preußischen Polizei-Kommissarien. Obgleich er nur wenig Deutsch sprach, so gingdie Konversation doch ganz gut von statten, meist französisch, waser geläufiger sprach als ich. Alan war mit dem Bau einesLinienschiffes von 100 Kanonen und mehrerer kleinerer Kriegs-schiffe beschäftigt. Das Balkenwerk war bereits znsammenge-knüpft, und man konnte schon in de», Gerippe herumgehe». Wasfür Balken, was für Knochen hatte das Ungeheuer! Ein Waldvon Bäumen war hier zusammengefügt. Von jenen ärmlichenAnfängen der Technik bis zum Riesenbau eines Linienschiffs —welcher Abstand, welche Extreme! Konnten jene altnordischenHelden solches ahnen? Unmöglich. Möglich aber, daß unsereNachkommen nach 2—3 Jahrtausenden ebenso von uns sprechenwerden. Wir wollen es ihnen gönnen. Denn die Aussicht zueiner fortschreitenden Vervollkommnung ist anziehend und reizend.Zn diesem Fortschritt wird gehören, daß man dann den Reisen-den keine Kriegsflotte mehr zeigen wird, weil es keine mehr gibt.Kriegsschiffe gehören der Zeit der Barbarei an. Hat dieseganz ihre Endschaft erreicht, so wird kein Krieg mehr möglichsein, und man wird nicht nur, wie im hiesigen Hafen, die Kriegs-schiffe abtakeln, sondern sie abschaffen, höchstens eins, der Kurio-sität wegen, in einer „Sammlung ans den Zeiten der Barbarei"