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Die Nacht war göttlich schön: reinster Himmel, milder Wind,Heller Mondschein. Es gewährt einen der reizendsten Anblicke,die man haben kann, die Silberstreifen, die das Mondlicht aufder Meeresstäche bildet, zu beobachten. Seelandschaftsmaler wissendies auch sehr gut. Es gehört aber eine große Geschicklichkeitdazu, diese Erscheinung täuschend zu treffen. Es war so hell,daß wir um 1 Uhr die Nordspitze Rügens, Arcona, deutlich er-blickten und mehrere Leuchttürme. In der Morgendämmerungzeigten sich die Kreidefelsen der dänischen Insel Moehn zur Linken,später die Küste von Seeland, anfangs kreideweiß, dann be-wachsen, nachher sahen mir auch die Küsten schwedischer Inselnzur Rechten, endlich die schwedische Küste selbst. Eine Mengevon Schiffen begegnete uns, die größtenteils lavierend und kreuzenddein Sunde znstenerten, alle aber von dem Dampfschiffe über-flügelt wurden. Die weißen Segel eines solchen Schiffes, auchSchmetterlingsflügeln zu vergleichen, kommen mir immer wie diePhantasie vor, die den Menschen, trotz des Ballastes seines Lebens,über die Erde erhebt und ihn kühn in die Ferne treibt, wo sieihm eine schöne Zukunft verheißt, gleich einem glücklichen Ei-lande, nach dem sich die Seereisenden sehnen. Nachmittags 4 Uhrgingen wir hier vor Anker, so daß wir in 45 Stunden vonBerlin Kopenhagen erreicht hatten. Die nötige Zeit znm Reisenhat daher jetzt jeder, selbst zu mehr als kleinen Reisen, bei derSchnelligkeit, mit der man reiset, wenn nur der norvns rornmnicht fehlt. Der Wirt des I4otc4 ciu IWrck äußerte auch nacheinigen Minuten der Unterhaltung mit ihm: „Geld ist die Losung".Ist dies überhaupt seine Losung, so wird er auch mich voneinigem erlösen. Das wird sich alles zuletzt schon finden. Darumkeine schweren Gedanken!
5.
Ein reicher Tag! Du sollst einen Nachklang, wenn aucheinen schwachen, davon verspüren.
Ich hatte mir vorgenommen, heute von früh an die Kirchenzu besehen und endlich um 10 Uhr eine deutsche Predigt in einerder den hiesigen deutschen Gemeinden gehörenden Kirchen zu