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1 (1890)
Entstehung
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II.

Uber Natur- und HulturgemDheit in dem Unterricht.

Naturgemäß, kulturgemäß. Über diese beiden Be-griffe handelt der nachfolgende Aufsatz; es ist höchst anregendüber den absoluten und relativen Wert derselben nachzudenken.

Man soll naturgemäß erziehen, naturgemäß unterrichten,naturgemäß verfahren. Dies ist sehr richtig, und es bleibt richtig,wenn man den Begriff der Naturgemäßheit im weiteren oderengeren Sinne nimmt, ans die Natur der Dinge ausdehnt, oder,wie es besser ist, ans die Natur des Menschen beschränkt. DasPrinzip der Naturgemäßheit steht in der Erziehung fest.Was als naturgemäß nachgewiesen worden, ist dadurch als richtig,als beifallswert, als gut dargestellt worden. Denn die Naturdes Menschen ist gut, ist ans der Hand des Schöpfers hervor-gegangen, damit sie sich ans Erden nach den ihrer Natur geinäßen,durch sie ausgesprochenen Gesetzen entwickle und ausbilde. DasPrinzip der Naturgemäßheit steht für alle ewige Zeiten an dempädagogischen Himmel, wie ein hell strahlender, nie verlöschender,nie seine Stelle verändernder Fixstern; es ist der Pol und derAngelpunkt, um welchen sich alle andern pädagogischen undmethodischen Regeln herumdrehen und sich auf ihn beziehen. Diesebilden den Umkreis und die Vielheit; jenes den Mittelpunkt unddie Einheit. Es hält uns ein Ideal vor, dem wir im Leben,wie in der Erziehung und in dem Unterricht entgegen strebensollen, ohne daß wir dasselbe, bei der Endlichkeit und Unvoll-kommenheit aller menschlichen Erkenntnis und Einrichtungen,