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Brachycephalie
Zur Erklärung dieser Unterschiede könnte manzunächst auf den Gedanken kommen, den wachsen-den Breitenindex in SDemschland einer Mischungmit Kelten znzuschrciben, allein die Kelten neigennicht sehr stark zur Brachycephalie (Kurzköpfigkett);die Franzosen werden z. B. nur mit 79,g u. dieIrländer sogar nur mit 73,4 anfgeführt. EineMischung von Germanen n. Kelten sollten wir inSchottland finden, der dortige Index aber beträgtnur 75,g. Müssen wir die Kelten als Mischvolkder Germanen anfgeben, dann denken wir zunächstan die Slavcn. Sie sind durchweg Knrzköpfe,n. eine Mischung mit ihnen würde wol die Bra-chycephalie erklären, nicht aber im südwestlichenDeutschland u. vor Allem gar nicht bei den deut-schen Schweizern, wo sich der Breitenindex ans81,4 emporhebt. Außerdem müssen die Deutsch-Österreicher, welche doch mitten unter Slavenfitzen, kurzköpfigcr sein, als die Deutschen, wasbis jetzt nicht mit Sicherheit constatirt werdenkonnte. Wir gelangen also zu dem Ergebnisse,daß der Germanenschädel sehr beträchtlich schwankt,u. daß er in Deutschland von N. nach S. undnamentlich nach SW. merklich nach Brachyccpha-lie strebt. Vgl. Völkerkunde von Oskar Pcschcl,Leipzig 1874. Thomo.
Brachycephalie, Kurzköpfigkett; s. u. Brachy-cephalcn.
örsctixcors, Gattung der Rüsselfliegen; s. u.Zweiflügler.
Brachydiagonale nennt Naumann im rhom-bischen Krystallsysiem die kürzere Ncbcnachse derGrundpyramide; die längere nennt er Makro-diagonale, beides entspricht der 1. u. 2. Neben-achse bei G. Rose.
Brachygraphic, so v. w. Stenographie.
Brachykatalektisch (Mctr.), um einen Vers-fuß zu kurz (s. u. Äatalexis); auch: mit kurzerSilbe endigend.
Brachyllas, Böoter; diente in dem Heere,welches seine Landsleute dem König Philipposvon Makedonien gegen die Römer zu Hilfe schickten,n. wurde durch die Jntriguen der makedonischenPartei 196 v. Chr. zum Böotarchen gewählt mitÜbergehung des Zcuxippos u. Pisistratos, derBegünstiger der Römer; da diese nun nach demAbzüge der Römer Unbilden von der anderenPartei befürchteten, so ließen sie den B. er-morden.
Brachylogie (v. Gr., lat. 8 revi 1 oguontüa), diekurze Rede, der knappe, gedrängte Sprachstil(auch wol der Taciteische Stil, nach dem großenrömischen Geschichtschreiber Tacitus (s. d.) genannt;im Lapidarstil (s. d.) gipfelnd). B. wird auchznm Tadel affectirter, unverständlicher Kürze ge-braucht. Endlich ist B. eine rhetorische Figur,darin bestehend, daß ein zum vollständigen Aus-drucke eines Gedankens erforderliches Momentnicht durch besondere Worte bezeichnet, aber dochin den Satz gelegt wird.
Brachylögus (Brachylog, gr.), 1) der kurzn. nachdrucksvoll zu reden versteht. 2) (8. zuriscivilis). Das von einem Späteren so benannteLorpns tezum; ist ein lateinischer Auszug aus demJustinianeischcn Rechte, von unbekanntem Verfasseraus der Lombardei um 1100 herrührend. Sonst
— Brackenheim.
den Justinianischen Institutionen beigefllgt; einzelnvon Pratejus, Lcyd. 1562, Fol.; von Rcnsncr,Franks. 1590; von Senkenberg, ebd. 1743 ;von Nelis, Löwen 1761; von Böckmg, Bert. 1829.Vgl. Ficker, Zeit u. Ort der Entstehung der B.,Wien 1871.
Brachymetropie, ein von Dondcrs in Utrechtvorgeschlagener Ausdruck für Myopie (Kurzsichtig-keit),,insofern das Maß des deutlichen Sehensbei Kurzsichtigkeit zu kurz ist; vgl. Emmetropie.
Brachypnenma (gr.), 1) kurzer Athem;2) (Brachypnöe) Engbrüstigkeit; daher brach y-pneumatisch, kurzathmig.
llraolivpoäa, so v. w. Armfüßler, eine Ordnungder Weichthicre.
Brachypodisch (v. Gr.), kurzfüßig.
krsok^poüium L., Pflanzengattung aus derFamilie der Gramineen, Unterfam. Festucaceen,der Gattung Iritieum 27»»'». (Weizen) nahe-stehend u. von, derselben durch die knrzgcstielten,nicht sitzenden Ährchen, sowie durch die ungleichlangen Hüllblätter verschieden, ist in Deutschlanddurch 2 ziemlich häufige Arten vertreten. 1) 8.pinnatmm Tt L., mit kurz- oder weitkricchenderGrundachse u. 8—24blüthigen, zu einer Traubeznsainmengcstcllten Ährchen, innerhalb welcher dielänglich-lanzettlichen Deckblätter meist an den Sei-ten knrz-stcifhaarig sind u. die steife Granne über-ragen. 2) 8. silvatioum T'. L., dicht oder locker-rasenförmig mit 6—15blüthigen Ährchen, inner-halb welcher die Grannen der oberen Deckblätterso lang oder länger als dieselben sind. Engkr.
krselijpters (gr.), Kurzflügler, kurzflügeligeThiere, z. B. die hühnerartigen Vögel u. verschiedeneJnsccten, z. B. Staphylinen, Ohrwurm u. a.
Brachyscri (v. Gr.), Kurzschattige; Bewohnerder heißen Zone, die zur Mittagszeit im Sommernur kurze Schatten werfen.
Brachysylläbos (v. Gr.), aus kurzen Silbenbestehender Vers oder Versfuß.
Brachzehnt (auch kleiner Zehnt od. Schmalz)war die von den Brachfrüchten, wie Klee, Kartoffeln,u. dgl., an die Gutsherrschast zu entrichtende Na-turalabgabe, znm Unterschiede von dem sogenann-ten großen Zehnten, welcher vom angebauten Ge-treide gegeben werden mußte.
Brack (Brak), 1) das Untaugliche von jederSache, welches von dem Guten abgesondert wird;daher: B-gut, B-Häring, B-käse; auch B-schaseu. Brackvich, Schafe u. Rindvieh, welches LenAnforderungen der Züchter nicht mehr genügt n.daher ausgesondert (ausgebrackt) werden muß.2) Schlechtes Pelzwerk. 3) Das Loch in einemdurchbrochenen Deiche, dieser selbst B-deich; u.B-mann, Eigenthümer des Grundstückes, in wel-chem ein B. entstanden ist. 4) Etwas durchVermischung mit Seewasser salzig u. bitter u. un-genießbar Gewordenes; vgl. Wrack.
Bracke, so v. w. Jagdhund, überhaupt jederauf der Jagd Laut gebende Hund; daher Brack-jagd, die Jagd, wo die Hunde bellend den Hasenvor den Jäger zum Schuß treiben.
Bracken, County im nordamerik. UnionsstaateKentucky, n. 38" n. Br. u. 84" w. L.; 11,409 Ew.;Conntysitz: Brookville.
Brackenheim, Hauptort im gleichnam. Ober-