an der dortigen Akademie u. seit 1841 in Mün-chen, dann in Paris u. Rom. B. kann als derSchöpfer des sog. venetianischen Genre betrachtetwerden. Seine einschlägigen Bilder athmen einegewisse frohe Behaglichkeit, u. die Fignrcn bewegensich in ihrem reizenden n. echt malerischem Costümmit der größten Frische u. Unbefangenheit. Dahinehören n. a.: Die Audienz beim Dogen; Der ver-otene Eingang; Im Vorzimmer; Besuch; Mädchenmit der Laute -c. Zeigt sich B. hier als Künstler,der es versteht, seine Handlung lebendig u. unterUmständen pikant in Scene zu setzen, u. entfalteter hier als eigentlicher Salonmaler eine selteneMeisterschaft des coloristischen Vortrages, so ver-einigt sich in seinen historischen Compositionen,wie in seinem Besuche Karls V. bei Fugger inAugsburg u. in seiner Jnquisitionsscenc das idealeMotiv als gleichberechtigtes Element mit der colo-ristischen Wirkung. B. ist seit 1862 Mitglied derBerliner Akademie. 13) August, deutscher Dich-ter, geb. 27. April 1828 zu Kliiigcnmllnstcr inder Rheinpfalz; studirte in München, war von1849 an Mitarbeiter an den Münchener Leucht-kugeln, denFliegendenBlattern, derHauschronikrc.,von 1855 an Correspondent der Augsb. Allgem.Zeitung. 1859 verheirathcte er sich mit einerTochter des Lyrikers Georg Schenerlin, redigirtcvon da an bis 1864 eine liberale politische Zeit-ung der großdentschen Partei, siedelte dann nach20jährigem Aufenthalte in Bayerns Hauptstadt1868 nach Eisenach über u. kehrte schließlich 1875nach seiner Heimath, der Nheinpfalz, u. zwarnach Landau zurück. Seine erste poetische Schöpfungwar ein lyrisches Epos: Jung Friede!, der Spiel-mann, Stnttg. 1854, das großen Beifall fand n.auch in den eingelegten Liedern u. Balladen vieleSchönheiten bietet, aber an großer Breite u.schleppender Handlung krankt. An denselben Feh-lern leidet auch der sonst sich durch saubere, lebens-wahre Charakteristiken vortheilhaft auszcichnendeRoman: Des Rabbi Vermächtnis;, Verl. 1866,6 Bde. In neuerer Zeit entfaltete B. eine großeThätigkeit auf dem Gebiete des Romans; von1868 bis jetzt (1875) schrieb er bereits 7, meistmehrbändige Romane; seine jüngste Arbeit: MeineSchwester, Berl. 1875, 4 Bde., schildert dasTreiben der Lola Montez in München u. beleuchtetin höchst interessanter Weise die Revolution inBayern im I. 1848. 14) L. Hugo, deutscherLandschaftsmaler, geb. 19. Juli 1834 in Wesel,der Sohn eines Uhrmachers; besuchte das Gym-nasium seiner Vaterstadt u. ging 1852 an dieAkademie zu Düsseldorf, wo er sich unter Joh.Will). Schirmer bildete, trat 1856 mit seinemOpfer der Deutschen zuerst vor das größere Publi-cum u. bereiste dann Westfalen, später den Ober-rhein, die Mosel, die Schweiz, die Normandie u.die Ostsecgebiete. Überaus entwickelt ist seinTalent zur Composition. Ein anderer seiner Vor-züge ist die glückliche Vereinigung der Staffagemit der Landschaft, welch letztere er ausschließlichdeutschen Motiven entnahm. An dem 1. Bandeder deutschen Bilderbogen nahm er lebhaften An-tbeil u. führte auch die Nadirnadel mit Sicherheit.
Jean, bedeutender Violinvirtnos, geb. 11.Mai 1836 in Mannheim, Schüler von Kettenus
n. Vinc. Lachner; wurde, nachdem er sich aufKnnstreisen schon Ruf erworben hatte, Conccrt-meister in seiner Vaterstadt, gab diese Stelle abernach kurzer Zeit wieder ans (1858); im I. 1865ließ er sich in Florenz nieder. Besonders berühmtwurde er hier durch die Gründung des sogen.Florentiner Quartetts, in welchem er seit 1866mit Masi (2. Violine), Chiostri (Bratsche) u. Hil-pert (Cello) die elastische Qnartettmusik gepflegtu. ans Concertreisen in seltener Vollendung zuGehör gebracht hat. 16) Oskar, bekannt durchsein Attentat auf den König Wilhelm I. v. Preu-ßen, geb. in Odessa 18. Juni 1839; studirte seit1859 in Leipzig Jurisprudenz n. Camcralia. Erverübte am Morgen des 14. Juli 1861 in derLichtenthaler Allee bei Baden-Baden das erwähnteAttentat, indem er die beiden Läufe eines Doppcl-terzerols ans den König abfenertc, ihn aber nurunbedeutend am Halse verwundete. B., sogleich er-griffen, gab als Grund seiner That die Überzeugungan, daß der König ein Hindernis; zur EinigungDeutschlands sei. Von den Assisen in Bruchsal am23. Sept. zu 20jähr. Zuchthausstrafe verurthcilt,wurde der Nest der Strafe ans Fürsprache desKönigs Wilhelm ihm 20. Oct. 1866 unter derBedingung erlassen, daß er fernerhin nie wiederein deutsches Land betrete. Er st. in Alexandria16. Juli 1868. Brambach.* 10,12> 1L) Regnet.
Bcckerath, I) Hermann von B., geb. 1801zu Krefeld; erlernte daselbst die Handlung, gründete1838 ein Bankgeschäft n. erwarb sich ein bedeu-tendes Vermögen; er wurde 1836 Mitglied derHandelskammer in Krefeld, 1843 Mitglied derRheinischen Landtage zu Düsseldorf u. Koblenz n.1847 Mitglied des ersten Vereinigten Landtageszu Berlin, wo er die Adresse auf die Thronredeverfaßte u. in seinen Reden sich als einen fürdie Einheit Preußens, sowie Deutschlands begei-sterten Anhänger der liberalen Partei zu erkennengab. 1848 wurde er für Krefeld Abgeordneterzur Frankfurter Nationalversammlung n. gehörtehier zum rechten Ccntrum. Nach der Wahl desErzherzogs Johann zum Reichsverweser wurdeB. im Juli 1848 zum Neichssinanzminister er-nannt (s. Deutschland, Gesch.); aber im Mai 1849legte er sein Mandat als Mitglied der Reichsver-sammlung nieder n. schied kurz darauf auch aus deinMinisterium. Seitdem Mitglied des preuß. Ab-geordnetenhauses, bethätigte er sich als entschiedenerGegner der Manteuffelschen Politik. Im Fcbr.1850 wurde er zum Parlament nach Erfurt ge-wählt. Seit 1852 trat er ins Privatleben zurücku. st. 12. Mai 1870 in Krefeld. 2) Moritz von,deutscher Historienmaler, geb. 1838 zu Krefeld; be-gannseineStudien 1857 anderDüsseldorferAkademieunter Josef Kehren. Zwei Jahre nachher verließ erDüsseldorf, um in München bei M. v. Schwindseine weitere Ausbildung zu suchen. Unter seinenzahlreichen Arbeiten sind Napoleons Flucht ausMoskau, Götz von Berlichingen unter den Zi-geunern, der Tod Ulrichs von Württemberg in LerSchlacht bei Döffingen, seine 5Blätter: Zeichnungenans der Geschichte der Merowinger, sein: Witte-kind ruft die Sachsen zum Kampfe, seine Episodeans der Kimbernschlacht, seine Bestattung Alarichsn. seine sieben Cartons ans dem ersten'Kreuzznge