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Sind diese Standpunkte sittliche, versittlichende, psychologische,kurz: pädagogische? Kann man von Standpunkten, die zuhehaupten der Inhaber ein Interesse (ich meine kein geistiges,sondern ein sinnliches, materielles) hat, Wahrheit erwarten?
Einige Notizen dazu.
Zu l) aus einem Briefe: „Er nennt sich „Bund", weil dasBinden dabei die Hauptsache ist; er nennt sich „christlich", umdamit auszudrücken, daß die großen menschheitlichen Aufgaben,Bestrebungen und Ideen ihm fremd sind; er nennt sich „konser-vativ", um die Erstarrung zu bezeichnen, die den Gegensatz zumfrischen Leben bildet. — Einer der Redner suchte nachzuweisen,daß alle Vereine, die den „Fortschritt" zu ihrem Wahlspruchhätten, Kirche und Staat umzustürzen trachteten. — Ein Zweitersagte: „Wir sind elende Knechte". Mir fiel dabei ein ameri-kanischer Prediger ein, der dasselbe sagen wollte, aber, derSprache nicht recht kundig, den Sinn durch die Worte ausdrückte:„Brüder, seid vor allen Dingen recht niederträchtig!" —Ein dritter Redner erklärte: „Wir schaden uns durch unserenDünkel."
Zu 2) Geschah dies unter den Augen der k. Regierung inGumbinnen? Steht auf dem Lektionsplane des betr. Seminarsauch die Erziehung zu einer politischen Partei? Und wie siehtes mit dem pädagogischen Takte eines solchen Vorstehers aus?
Zu 3 und 4) Bayern ist wirklich in den Augen vieler„ein Land der Finsternis". Zu welchem Urteil wären diebayerischen Lehrer danach berechtigt?
Zu 5) Bekenntnis- und Gewissensfragen an un-mündige Kinder. Was sagt die Pädagogik dazu? Glücklicher-weise rettete einer — wie schon gesagt — die Ehre der Ver-sammlung und verhütete dadurch eine eklatante Prostitutionderselben.
Freilich giebt es noch schlimmeres Thun, z. B. die Gewohn-heit unserer Geistlichen, nach Vorschrift der Agende den Tauf-zeugen das apostolische Glaubensbekenntnis zur Bejahung vorzu-legen, d. h. sie, die, man kann sagen, vielleicht in den meisten