Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
Seite
359
Einzelbild herunterladen
 

359

1.

Wie äußert sich das Slandesvewußlsein des wahren Lehrers!

Darin und dadurch:

1) daß er sich bewußt bleibt, mit seinen Standesgenossenum wenig zu sagen einem nützlichen (notwendigen, wichtigen,ehrenwerten) Berufe anzugehören;

2) daß er mit seiner ganzen Kraft für die Förderung dieserBerufszwecke eintritt, in ihnen aufgeht, für sie lebt;

3) daß er den Berufsgenossen in unwiderstehlicher Sym-pathie zugethan ist, sie anzieht und von ihnen angezogen wird;

4) daß er das Interesse der Sache den Interessen der Per-sonen überordnet, und das Seinige dem Interesse der Gemeinschaftunterordnet;

5) daß er das Wohl der einzelnen Standesmitglieder undihrer Angehörigen nach Möglichkeit fördert;

6) daß er sich da nicht alles allen frommt standes-mäßig beträgt;

7) daß er der Ehre seines Standes nichts vergiebt, viel-mehr dieselbe nach allen Richtungen aufrecht zu erhalten sichbestrebt;

8) daß er diese Ehre weniger durch öffentliche Anerkennung,als durch Tüchtigkeit der Leistungen und der Lebensführung fürgesichert hält;

9) daß er, wie er von anderen Ständen Achtung erwartet,denselben die gebührende Achtung zollt;

10) daß er alles, was diese für die Förderung seiner Be-rufszwecke leisten, mit Dank aufnimmt;

11) daß er alles, was er erfährt, liest, denkt, auf den einenZweck seiner Berufsthütigkeit bezieht;

12) daß er den großen Grundsätzen:Schließ' an ein Ganzesdrch an",Immer strebe zum Ganzen",Lebe im Ganzen"huldigt, durch die Energie seiner Berufsthütigkeit seinen Beitragzur Förderung des Ganzen liefert, und so in der Entwickelungdes Menschengeschlechts sichtbar-unsichtbar unsterblich fortlebt.