XXIX.
Ein Bort über Akkommodationen.
Akkommodationen (Anbequemnngen) treten ein, wenn maneinsieht, daß das eigentlich Richtige an unüberwindlichen Schwierig-keiten scheitern würde. Alan begnügt sich nämlich mit dem, wasvorerst allein möglich ist; inan verzichtet für einstweilen auf dasBessere, aber nicht ohne Schinerz, und darum behält man das-selbe stets im Auge und thut nichts, was den Weg zu ihm er-schweren oder von ihm ablenken könnte.
„Nicht ohne Schmerz", sagte ich, entschließt man sich zu diesenund ähnlichen Konzessionen. Sind die Verhältnisse derart, daßdie Feststellung des Schul-Religionsunterrichts der Kirche über-lassen werden muß, so muß man sich, wenigstens für jetzt, auchsagen, daß dann auf eine einheitliche religiöse Unterweisung ver-zichtet werden muß. Die Lehrer der Gegenwart (die fortge-schrittenen) befolgen in jedem Unterrichtsgegenstande pädagogischeGrundsätze. Nach diesem Gesichtspunkte behandeln sie auch denreligiösen Stoff. Dieses geschieht aber von seiten der Kirchenicht. Ihrer Unterweisung liegt der kirchliche Lehrbegriff nachAnordnung statutarisch festgestellter Katechismen zu gründe, vonwelchen niemand hat Nachweisen können, daß sie den Forderungengeläuterter Pädagogik entsprechen. Der dadurch veranlaßte, aufAutorität gegründete dogmatische Unterricht steht mit dempädagogischen (von klaren Anschauungen zu Begriffen fort-schreitenden, überall die Prüfung herausfordernden, die freie Selbst-bestimmung anbahnenden) in Widerspruch. Jene Konzession führtnotwendig zu diesem Resultate. Diese Gewißheit darf sich der