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4 (1891)
Entstehung
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der eines Christenkindes, das ohne ihn im Elend mngekommenwäre, sich angenommen und es erzogen hat, da, wie ihm kaiser-liche und päpstliche Rechte nur eine Möglichkeit zeigen, ist seinSchluß, den er mit voller Herzlosigkeit stets wiederholt:derJude wird verbrannt". Blutdürstige und schlauste Heuchelei sindin ihn: aufs innigste verbunden. Alles zur höheren EhreGottes, d. h. zur größeren Ehre und Geltung lder Konfession,die ihn beherrscht. Ist das Christentum die Religion der heiligsten,lautersten Liebe, gewiß durch die Konfession ist hier die letzteSpur derselben vertilgt*.

Als letzter Grundsatz, der in unserem Werke seineVertretung hat, stellen wir endlich auf: Das Höchste, wasder Mensch zu erstreben hat, ist echte Humanität,wahre Menschlichkeit. Sie i st zu ehreu, wo man siefindet. Sie allein ist der vollgültigeBeweis echterReligiosität und wahrer Religion, weil sie alleindie gesunde Frucht derselben ist. Nathan giebt demDerwisch nach dessen Eigentümlichkeit den Rat, in seine Wüstezurückzukehren, weil er unter Menschen möchte ein Mensch zusein verlernen. In schöner Weise brechen den listigen Lockungendes Patriarchen gegenüber die echt menschlichen Gefühle in derBrust des Templers hervor und prägen sich aus in dem Ruf:

Geht Bruder!

Erregt mir meine Galle nicht!

uud der Klosterbruder, eben deshalb eine so besonders anziehendeGestalt, weil immer im Konflikt mit seinem Stande das Mensch-liche in ihm Recht behält, antwortet frohlockend:

Ich geh' und geh' vergnügter als ich kam".

Saladin schaut nach Menschen aus und sein Gegner Richard,der Christ, ist ihm Gegenstand höchster Achtung, weil er ihmals Mensch so hoch steht. Es gehört ferner hierher das WortNathans:

Ich weiß, wie gute Menschen denken",noch mehr, was er etwas später sagt:

*Der Patriarch der hartgesottene unverbesserliche Pfaffe!"

Niemeyer.

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