249
Systeme (wie z. B. die von Fichte und Hegel) bei dem Volkegar keinen Eingang fanden, deren Untersuchungen und Resultategar nicht allgemein benutzt werden konnten; daß dagegen, seitdemdie philosophischen Forscher die psychologisch-induktive Methodegebrauchten (Kant, Herbart, Lessing, Beneke), die Er-gebnisse derselben in das Volk eindrangen, daß auch seitdem dernoch übrige Aberglaube Reißaus genommen hat, kurz, daß seitder allgemein gewordenen Anwendung der naturgemüß-entwickelndenMethode das Volk in Kenntnissen und Einsichten bewunderns-würdige Schritte vorwärts gethan hat. Den Lesern und Lehrernüberlasse ich es, darüber nachzudenken und zu urteilen, vonwelchen: Datum aus Schulunterricht und -erziehung reißende,mit früheren Epochen gar nicht mehr vergleichbare Fortschrittegemacht haben, wem wir daher die noch folgenden Fortschrittewesentlich zu verdanken und hervorzurufen haben werden, endlichwas über die zu sagen ist, welche von der Bedeutung der Me-thode geringschätzig denken, sie vernachlässigen oder gar sie ver-achten. —
Hiermit schließe ich die Betrachtung über die Unterrichts-methode. Sie soll veranschaulichen, worin — von anderem ab-gesehen — des Lehrers Stärke besteht, und dazu beitragen,den Beweis zu begründen, daß die im vorhergehendeil Aufsatzaufgestellte Behauptung: die Theologen seien der Leitung derheutigen Schule uud der Führung ihrer Lehrer nicht mehr ge-wachsen, nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern auf gutenGründen ruht. — Verfalle übrigeus kein „Lehrer" dem Wahne,daß er durch die theoretische Kenntnis der Methode ein Lehrerwerde! Der geborene Meister übt die richtige Methode, eheer von ihren Gesetzen etwas weiß. Das Bewußtsein folgt aufdas Thun. Die echte, wahre Bildungsmethode lebt — ohnegedachte und bewußte, noch mehr! ohne gemachte und ersonneneMethode — in dem Geiste eines Meisters, eines Sokratesund Plato, und, wenn es erlaubt ist, äü minorum gentiumdaran zu reihen, eines Dinter, Ehrlich und Wilberg, ausderen Lehrstunden und Lehrwerken man — wie die Regelnder Dichtkunst aus den Werken der Dichter, die Regeln der