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4 (1891)
Entstehung
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ausgehend, durch Verstaudesgebrauch den gesetzlichen Verlauf einerErscheinung, das Gesetz derselben. Der Gang ist der empirisch-rationale, die Methode die induktive.

Noch unnatürlicher als in der "Naturbeschreibung wäre hierdas deduktive Verfahren. Was ohne Erfahrung, Beobachtungund Experiment nicht gefunden lind ermittelt worden ist, mußman auch ohne diese Thätigkeit nicht kennen lernen und nichtkennen lehren.

In der Astronomie (der Physik des Himmels) ist der Gangbesonders deutlich. Jahrtausende lang hing der Mensch an densinnlichen Erscheinungen und hielt sie für die Wahrheit, d. h. erglaubte, daß sich das so ereigne, wie er es sah, z. B. die täglicheBewegung des Himmels um die Erde. Viele Jahrhunderte ver-flossen, ehe der Mensch durch den Gebrauch seines Verstandesdarauf kam, daß es nicht also sei, er erhob sich über die Erfahrung,drang vom Schein zum Sein, er ermittelte den regelrechten Gang,den gesetzlichen Verlauf. Und wieder verflossen viele Jahr-hunderte, bevor der Mensch die Ursachen der Wirkungen ent-deckte oder vielmehr erdachte und den zwei Teilen der Astronomie,der des Scheins und der des Gesetzes, die physische hinzu-zufügen und überzuordnen im stände war.

Nun konnte man den umgekehrten Gang einschlagen, vonder ermittelten höchsten Ursache als wirkenden Kraft ausgehen,aus ihr das Gesetz bestimmter Erscheinungen entwickeln, bis zursinnlichen Thatsache hinabsteigen und so, .deduzierend, daswissenschaftliche System von oben herab aufbauen. Das ist derGang der sogenannten wissenschaftlichen Konstruktion, nicht dernaturgemäße Gang des Unterrichts, der sich der induktiven (auf-bauenden) Methode zu bedienen hat. Der erste Weg ist zwarkürzer, aber künstlich und weniger bildend. Die Astronomie istals airgewandte "Mathematik eine vollendete, vollkommene Wissen-schaft. Sie verkündigt durch wissenschaftliche Forschung Jahr-hunderte voraus die Erscheinungen, deren Eintritt den Voraus-verkündigungen entspricht. Das Resultat der Deduktion stimmtalso hier mit der Anwendung des induktiven Verfahrens voll-kommen überein, und das eben ist das Kriterium einer

D i ester w eg, Ausgew. Schriften. 2. Aufl. IV. 16