Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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mündigen Kindern Glaubensbekenntnisse einzuexerzieren, ihr Ge-dächtnis mit Worten zu erfüllen, die sie nicht verstehen, weil keinMensch sie versteht,

(Oh! Oh!" im Centrum.)*

uns den Vorwurf zugezogen hat, als gingen wir damit um, dieReligion überhaupt, das Christentum, aus der Schule und wo-möglich aus der Welt zu schaffen. Auch ist es Ihnen bekannt,daß man in politischer Beziehung die Schullehrer vorzugsweisezu den Urhebern der Revolution von 1848 gestempelt hat.

(Oh! Oh!" vom rechten Centrum aus.)

Obgleich also, sage ich, wir an diese etwas derben Vorwürfegewöhnt sind, so machen doch jene Äußerungen über eine Persön-lichkeit immer einen bestimmten Eindruck, ich muß daher, wenndieselben heut oder bei irgend einer anderen Gelegenheit wieder vor-gebracht werden sollten, ernstlich dagegen protestieren, und zwar imgegenwärtigen Augenblicke von vornherein, weil nach derBeantwortung seitens des Herrn Ministers bei unserer fehler-haften und mangelhaften Geschäftsordnung mir das Wort nichtmehr gestattet ist.

Der Ursprung der Interpellation, welche ich eingebracht habe,ist folgender: es war in einer der Sitzungen der Unterrichts-Kommission der vorigen Session, als der Herr Minister ein jedesMitglied mit einem Exemplare einer ausgedehnten Druckschrift,bekanntDenkschrift", beehrte. Bei dein Lesen derselben ichkann es nicht bergen geriet ich in ein bis dahin mir unbe-kannt gebliebenes Erstaunen,

(Heiterkeit.)

dies Erstaunen ging aber alsbald in innere Entrüstung und Em-pörung über, die mich jetzt noch verfolgt und beherrscht.

Ich konnte nicht umhin, in einer der nächsten Sitzungendem Herrn Minister von dieser Stimmung Kunde zu geben,und, um mich vollständiger zu instruieren, ihm die Bitte vorzu-tragen, die sämtlichen von ihm eingezogenen Berichte der

* Wo die katholische Fraktion (ein üors ä'osuvre, wo nicht ein Mon-strum in einer politischen Versammlung) ihren Sitz hat.