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bringen, Vorkauen und mechanischen Vorglauben* *, und wie dieseherrlichen, hochgeprieseueu Eigenschaften weiter heißen, eineVirtuosität besitzen und keine Vorstellung davon haben, daß dasBeste, was ein Mensch besitzen kann, in ihm und ans ihm alssein Eigen- und Besitztum, als das Produkt seiner Vernunft, zuentwickeln ist, und die, wenn der Schüler etwas von dem, wasman durch Denken erkennen kann, nicht wissen, sofort zu dozierenanfangen (bekanntlich die herkömmliche Eigenschaft unserer ge-lehrten Lehrer, die, selbst nach dein Urteil unserer oberstenSchulleiter, keiner speziellen Anleitung zur Lehrkunst bedürfeil,wahrscheinlich, weil sie ineinen, Gott gebe es den Seinen imSchlafe); aber angesichts des Begriffs oder der Idee, die wir zuillustrieren bemüht waren, wollen wir uns für diesmal diesesleidigen Geschäfts entschlagen. Die Kategorie von Lehrern, zuwelchen die genannten gehören, ist nicht zu belehre». Mail müßtene, sobald dieses geschehen, alles, was sie bis dahin gelernt, ge-hört lind getriebeil haben, vergessen machen, müßte sie den Ein-flüssen, denen sie ausgesetzt, von welchen sie abhängig sind, ent-ziehen können, man müßte die hochmütige Demut aus ihnenHerausreißen, mail müßte sie in ihrer Mütter Leib wieder hinein-schieben können: dann ja dann, sonst aber nicht. Wäre es
wohl vermögend sind, biblische Geschichten, Liedcrverse, Sprüche buchstäblichzu lernen und herzusagen: aber wie sieht es mit dem Verstehen, Be-
greifen, Denken aus? Beweist das nicht, daß das Memorieren nur eineder niedrigsten Kräfte der Seele in Anspruch nimmt?! — Beweist dasnicht, daß inan durch das herkömmlich übermäßige, täglich wiederholteMemorieren die Entwickelung der Denkkraft beschränkt oder verhindert?!
* Beiläufig: Der vorliegende kleine Aufsatz rückt dem Leser still-schweigend abermals die Frage nahe, ob die Orthodoxie und ihr Dogma-tismus sich mit der entwickelnd-erziehenden Bildung vertrage. Ich meineden Dogmatismus nach Inhalt und Form. Auch wird der denkende Lesernicht anstehen, das Dogma der eingeborenen Verdorbenheit der Menschen-natur zu beleuchten. Die Raumerschen Regulative bauen darauf, wie be-kannt, ihr Erziehungsprinzip, mit dem sich selbstverständlich das Ent-wickelungsprinzip nicht verträgt. Ist die Wurzel des Menschen wirklich inihrem Grunde verderbt, so thut man recht daran, allen denen, die dieJugend entwickeln wollen, das Handwerk zu legen und sie ins Elend zuschicken.
Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Aufl. IV.
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