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4 (1891)
Entstehung
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günstigen Falle belebend und fördernd. Die Förderung der Ent-wickelung geschieht durch Anregung, der Pflanzen z. B. durchLicht, Wärme, Regen und nährende Stoffe, der Tiere ebenso,desgleichen der Menschen, in Verbindung mit Wartung undPflege durch andere Menschen, die zugleich das geistige Lebenwecken und demselben die der geistigen Menschennatnr auf denverschiedenen Stufen ihrer Entwickelung zweckdienliche Nahrungdarbieten.

Das letztere ist für den Erzieher wieder von besondererWichtigkeit: die geistige Nahrung mnß auf jeder Stufe des Indi-viduums seinen Bedürfnissen, seinen Kräften angemessen sein.

Das Kind trägt den Trieb der Entfaltung in sich, es willsich entwickeln (darum nicht eingewickelt werden). Entspricht dieEinwirkung von anßen der Beschaffenheit, den Kräften der Naturdes Kindes, so gedeiht die Entwickelung, im Gegenteil nicht.Der Gang, der Fortschritt, der Prozeß, das Gesetz dieser Ent-wickelung liegt in der Natur des Kindes.

Entspricht die geistige Nahrung der Natur des Kindes, soergreift es sie mit Begierde und verarbeitet sie; im entgegen-gesetzten Falle verhält es sich abwehrend und widerstrebend.Dieses gilt von leiblicher, wie von geistiger Nahrung*. Esverweigert die Annahme von Stoffen, die es nicht verarbeiten,nicht (leiblich oder geistig) verdauen kann. Es ist vom gesunden,naturgemäß behandelten Kinde die Rede. Ihm aufgezwungene,seiner Beschaffenheit nicht entsprechende, seine Natur, seine körper-liche oder geistige Entwickelung, seinen Trieb nach Thätigkeit,kurz nach Enfaltung nicht fördernde Einwirkung oder Nahrunghemmt, schwächt, verkrüppelt seinen Leib wie seinen Geist.

*Das Unverdauliche" sagt Deinhardtist auch für diegeistige Entwickelung ein Gift, hemmt und verkümmert sie, ja kann sie ganzzerstören."

Vor dieser unleugbaren, lange nicht genug beherzigten Wahrheitdenn mit welcher Unbesonnenheit lehren so viele drauf los! wird vielenLehrern der Neuzeit sofort bange. Obigem Ausspruch meint daherF. A. Schmid sofort beifügen zu müssen:Es wäre unrecht, dem Kindeetwas bloß aus dem Grunde nicht zu geben, weil es noch nicht imstandeist, es so zu verstehen, wie es der Mann versteht." Ich denke, das gilt vonallem Lehrstoff, besagt daher in betreff eines speziellen Lehrstoffs nichts.