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Die Sache spricht für sich.
Die Frage über ob? ist unbedingt zu bejahen.
Aber wie? Und wie verhält es sich mit der Ausführ-barkeit?
Für die Seminarien ist keine Schmierigkeit vorhanden. DerUnterricht schließt sich an die Physik an. Beide können erfolg-reich nicht ohne Experimente und die erforderlichen Apparate ge-lehrt werden.
Für den Lehrer bedarf es einer schriftlichen Anleitung, welcheihm die nötigen Kenntnisse mitteilt, ihm Anweisung giebt zu denanzustellenden Versuchen mit einfachen Hilfsmitteln, sein Augeschärft für die Beobachtung der Naturprozesse überhaupt. Ohnediese Kenntnisse, Fertigkeiten und Eigenschaften vermag er in derbetreffenden Angelegenheit in der Schule nichts. Mit ihnen wirder Gelegenheit und Zeit zu chemischen Belehrungen zu benutzenwissen. Auf dem Lektionsplan braucht die Chemie nicht zu figu-rieren. Alles nach Umständen, Bedürfnissen und Möglichkeiten.
Hier ist es hinreichend, die Sache angeregt zu haben. DenLehrern ist das Weitere zu überlassen.
Direktor Berthelt in Dresden hat eine für den be-sprochenen Zweck empfehlenswerte kleine Schrift über Chemiefür Lehrer geschrieben.
Einer noch dringenderen Empfehlung ist die Schrift vondem Lehrer Schlichting in Kiel wert:
Chemische Versuche einfachster Art, ein ersterKursus in der Chemie, in der Schule und beimSelbstunterricht ausführbar ohue besondere Vor-kenntnisse und mit möglichst wenigen Hilfsmitteln.Kiel 1862, bei Homann.
Als Einleitung dazu ist zu benutzen ein Vortrag, welchenderselbe Verfasser 1861 im allgemeinen holsteinschen Lehrer-verein, der sich (wohl zu merken, weil nachzuahmen) seit Jahrenum' die Fortbildung der Mitglieder in Naturwissenschaften be-müht, gehalten hat:
„Ist Chemie in der Volksschule zu lehren? EinWort an die deutschen Lehrer." Altona bei Hestermann.