Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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149
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Nein. Durch bloßes Wollen? Nein. Durch Kenntnisse? Nein.Durch Glauben? Nein. Alles nein; wodurch denn? Durchnichts anderes als durch Erkenntnis und nie endendesStreben eines Mannes, dem jede Periode seines Lebens einehöhere Schule und der von dein Triebe, Kinder zu erziehen undzu bilden, unwiderstehlich beseelt ist ein Trieb, der, wenn ervon glücklichem Erfolg begleitet ist, allein für die damit ver-bundenen Mühseligkeiten Ersatz bietet. Zur Erkenntnis desWesens der Dinge gehören auch Kenntnisse; aber sie macheil esnicht, die Aufklärung über das innere Wesen der Dingewirkt förderlicher. UnterStreben" ist zu verstehen die innereErhebung zum Idealen, das nicht mit den Sinnen wahr-genominen, sondern dem urlebendigen Geiste so eigentümlich ist,daß er davon nicht lassen kann, es keinen Augenblick verleugnetund in jeder seiner Thätigkeiten, unwillkürlich und sogar meistunbewußt, ausprägt. Wer davon nichts hat, dem ist die Sachegar nicht verständlich zu macheu. Aber was dieAufklärung"wirkt, das, sollt ich meinen, müsse jeder fassen können. Wervon Ansichteil, Überlegungen, Diskussionen, Untersuchungen,Philosophie u. s. w. nichts weiß, wer (als praktischer Lehrer)alle Schriften, die nicht unmittelbar seineil handwerksmäßigenBetrieb fördern, beiseite liegeil läßt; kurz, wer über Welt undMenschen nicht näch Aufklärung begierig ist: der hat diesesStreben nicht, der hat das nicht, was man Spiritus, Geistnennt, und was allein das Sein und Thun des Lehrers zu einemgeisterregenden macht. Der Leser frage sich, wie es in dieserwichtigen Beziehung mit ihm steht! Der Geist ist es ja wirklich,der lebendig macht.Selig, selig ist der, welchem Gott einegroße Idee beschert, für die allein er lebt und handelt, die erhöher achtet als seine Freuden, die, immer jung und wachsend, ihmdie abmattende Eintönigkeit des Lebens verbirgt." (Jean Paul.)