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Und nun schließe ich mit einer Bemerkung: wenn Sie diePeriode, die wir erlebt haben, diese Reaktionsperiode, und diesepreußischen Regulative, ihre Produkte, überschauen, an welchePeriode der preußischen Geschichte schließen sie sich an? An keineandere, als an die Periode von 88—98 des vorigen Jahrhunderts,an die Periode des Geistersehers Bischofs werder und desbekannten Wöllner. Zwischen der Wöllnerschen und Raumer-schen Periode herrscht ein vollkommener Parallelismus — damals,wie jetzt, dieselbe Abneigung gegen den Real-Unterricht, gegenunierende Bestrebungen, dieselbe Bevorzugung der Orthodoxie, die-selbe Zurücksetzung der freier gesinnten Geistlichen und Lehrer —ein vollständiger Parallelismus mit einigen kleinen Unterschieden,nämlich dein, daß damals die sieben Berliner Ober-Konsistorial-räte sich einstimmig gegen jene Reaktionsversuche erklärten, wovonin unserer Zeit leider nichts zu spüren gewesen; mit dem zweitenUnterschiede, daß, als Friedrich Wilhelm III. bemerkte, daßWöllner und seine Genossen nicht hören wollten, er sie derwohlverdienten Vergessenheit übergab.
Sie werden sich der Kabinettsordre erinnern, die FriedrichWilhelm III. glorreichen Andenkens gleich nach seiner Thron-besteigung erließ. Er befahl, daß die Religion stets mit derPhilosophie und Vernunft* Hand in Hand gehen solle, indemer hinwies auf die Gefahren der Orthodoxie und auf die Folge»der Buchstaben- und Symbolgläubigkeit.
Sehen Sie, meine Herren, ist es nicht merkwürdig, daß inbezug auf die letzte Periode gerade derselbe Verlauf eingetretenist, wie damals. Erinnern Sie sich an die denkwürdige Minister-Anrede bei dem Antritt der Regentschaft Sr. Königlichen Hoheitdes Prinzen von Preußen; erinnern Sie sich, wie der Prinz-Regent vor den Gefahren der Orthodoxie warnte und die HerrenMinister aufforderte, die Heuchler zu entlarven! So, wie ge-
* „Die Menschheit ist zum Gefühl ihrer Würde und Herrlichkeit ge-langt und hat gefunden, daß ernster und gewissenhafter Gebrauch der Ver-nunft den Glauben stärkt. Wie die Natur, so hat auch alles Geschichtlichedurch die freie Vernunft erst die wahre göttliche Weihe erhalten."
(Bunsen in seinem Bibelwerk I.)