Druckschrift 
4 (1891)
Entstehung
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als von denen, die sich, in Vergleich mit solcher Größe undWirksamkeit, im bescheidensten Sinne des Wortes Lehrer undPädagogen nennen. Wer ein deutscher Lehrer und Erziehersein will, muß Schiller kennen; ihn kennen, heißt ihn ver-ehren und lieben. Jetzt, mo man für wenig Geld den ganze nSchiller erwerben kann, hat sich keiner mehr zu entschuldigen,wenn er ihn nicht besitzt. Mit ihm betritt der edelste Gast dieSchwelle des Hauses, den heimatlichen Herd, und ein Ehrenplatzist ihn: sicher. Wer ihn den werdenden Lehrern vorenthält, be-raubt sie des edelsten Genusses und des Strebens nach denidealen, höchsten Gütern der Menschheit; wer ihn verschmäht,der stehle weinend sich aus unserm Kreise!"

So oder in ähnlicher Weise zu denken und zu sprechen,können wir nicht umhin, in dem Jahre 1859, in dein sich alleKreise, in welchen Bildung zu Hause ist und Begeisterung herrschtoder anznbahnen ist für den edelsten der Deutschen, zu einerwürdigen Feier des Säkularfestes seiner Geburt rüsten. Es ist einFest der ganzen Nation; das Geburtsjahr und der merkwürdigeTag seiner Geburt (nicht, wie einige angaben, der 11., sondernder 10. November) darf nicht ungefeiert vorübergehen; die deutschenLehrer dürfen nicht die letzten sein, die daran teilnehmen. Dazuaufzufordern, das ist einer der Zwecke dieser Zeilen.

Aber noch in speziellerer Weise können und werden dieLehrer seiner gedenken. Schillers Schriften sind reich anpädagogischen Gedanken, nicht im engeren, sondern im weiterenSinne des Wortes. Aus ihnen ließe sich leicht eine reichhaltigeBlumenlese zusammenstellen. Das nicht gerade ist der Vorwurfder Fortsetzung dieses Aufsatzes, aber wir wollen doch der päda-gogischen Ansichten und Gedanken Schillers gedenken, nichtum sie zu erschöpfen, sondern um uuserm Bedürfnis genug zuthun. Wie kein Deutscher, wie ich zu Anfang sagte, das Jahr1859 vorübergehen lassen darf, ohne sich Schillers dankbarzu erinnern, so darf es auch einPädagogisches Jahrbuch für1859" nicht versäumen, pädagogisch von ihm zu rede». Waswir an ihm und seinen Werken haben, sagt uns die Beant-wortung der Frage: wer und was unser Schiller war.

Ein Dichter und ein Denker, Geschichtschreiber und Philo-