Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Wege der Verdummung. Wer die Freiheit der Bewegung undEntwickelung nicht liebt, ist gewiß kein glücklicher Erzieher oderLehrer. Und wer den Trieb nach Vereinigung der Berufs-genossen nicht in sich verspürt und es nicht schmerzlich empfindet,wenn dieser Trieb unnatürliche oder gar unübersteigliche Hindernissefindet, kann manches sein, nur kein die Keime der Menschennaturzur fröhlichen Entwickelung anregender Lehrer.

10) Unterstützung der Witwen und Erziehung derWaisen verstorbener Lehrer.

Das ist eine pflichtmäßige und ehrenvolle Aufgabe für denLehrerstand selbst. Er unterstütze die Witwen und Glieder seinesStandes, er sorge für die Erziehung der Hinterbliebenen Kinder,indem er sie in guten (Lehrer-) Familien unterbringt oder Er-ziehungsanstalten (Pestalozzi -Stiftungen) übergiebt. Für keinenMann der Erde ist doch der Gedanke, seine eignen Kinder derArmut, dem Elend und der Roheit,der rauhen Wirklichkeit zumRaube", überlassen zu müssen, bitterer als dem Manne, dersein Leben der Erziehung fremder Kinder, besonders der Kinderder Armen, gewidmet und seine Kräfte diesem würdigen Berufeaufgeopfert hat, ohne im stände gewesen zu sein, ihnen die Mittelzur Erziehung hinterlassen zu können. Soll jenes grausamstealler Lose, die den armen Menschen treffen können, ihm be-schieden sein, soll in dieser Beziehung noch in der Sterbestundeein Schwert sein Herz durchschneiden?

Das sei ferne! Was dem Einzelnen nicht möglich war, istmöglich durch Vereinigung der Kräfte, ist schon wirklich hier undda. Es geschehe allüberall!

Diese zehn Forderungen stellen nach meinem Bedrücken diewesentlichen Bedingungen auf, von deren Anerkennung undRealisierung das Gedeihen der öffentlichen Erziehung und Bildungder Jugend der Nation und die glückliche Wirksamkeit der Lehrerdes Volkes abhängt; die ihnen entsprechenden Nebenbedin-gnngeu ergeben sich von selbst. Jene Hauptbedingungennennen die Ziele des Strebens der Erzieher undLehrer für alle Zeiten.