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Die bisherige Pädagogik hat sich zumeist und wesentlichstmit der ersten Aufgabe beschäftigt, dagegen sich weit weniger, alses nötig ist, mit der zweiten und dritten beschäftigt. Wir gehendaher kurz auf eine nähere Erläuterung der beiden letzten ein.
Jede Nation hat ihre durch Naturverhältnisse und Geschichtebestimmte Eigentümlichkeit, ihren nationalen Geist, ihre Natio-nalität. Sie hat nur ein nationales Leben durch die freie Ent-wickelung und Thätigkeit des nationalen Geistes oder des ihreEigentümlichkeit bestimmenden nationalen Prinzips, der nationalenSelbständigkeit und Freiheit.
Die Form dieser nationalen, freien Thätigkeit ist der äußereOrganismus ihres Lebens, der Staat, der demgemäß die Auf-gabe hat, die nationale Eigentümlichkeit zu verwirklichen. Diesesist sein Zweck; er hat keinen absoluten Zweck, er ist Mittel. Ihnals Zweck, die Nation als Mittel zu betrachten, ist die Ver-kehrung der Ordnung, ist politische Unordnung und Verwirrung,ist Wahn und Aberglaube. Die Form ist uni des Inhaltes willenda, muß sich nach der Natur des Inhaltes, des nationalen Geistes,richten. Der Staatsorganismus soll mit demselben überein-stimmen, sich durch ihn bestimmen lassen. Nur so erreicht diesesMittel seinen Zweck, die Förderung der nationalen Selbständig-keit und freien Bewegung. Die nationale Politik darf sich keinenanderen, keinen beliebigen Zweck setzen, sie muß sich dem Wesenund Streben des nationalen Geistes nnterordnen, muß denselbenzu einer solchen Macht und Energie steigern, daß er jedes Gliedder Nation durchdringt, welches sie in dem Maße erreicht hat,in welchem ihr eignes Hineinwirken als unnötig erscheint. Dashöchste, wenn auch nie vollkommen zu erreichende Ziel der Staats-politik ist kein anderes als dies, sich überflüssig zu machen, wiees die Aufgabe des Erziehers ist, nach erreichter Selbständigkeitdes Individuums sich zurückzuziehen.
Zur verkehrten Weltordnung gehört, diesen Grundsätzengegenüber: der Egoismus einzelner Personen oder Stände, dieihr Interesse dem Zwecke der Gesamtheit überordnen; gehört dasBestreben dieses politischen Egoismus, ihn durch Herkommen undGeschichte, durch allgemeine und sogenannte christliche Satzungen