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3 (1891)
Entstehung
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sich der Sache gleichfalls bemächtigten. Alphous X., Karl XI.und Rudolph II. hatten an ihren Höfen sogenannte Hof-Astro-logen. Aber nicht bloß Fürsten hatten Astrologen, sondern auchreiche und angesehene Männer unternahmen nichts, ohne dieselbenum Rat zu fragen. Ein Beispiel, welches ich schon in Er-innerung brachte, ist das Albrechts von Friedland, GrafenWaldstein oder bei Schiller Wallenstein. SchillersDrama beginnt mit einer astrologischen Untersuchung zwischenWallen stein und seinem Astrologen Seui, einem Italiener,den er Baptist zu nennen pflegte, und auch die letzte Szene un-mittelbar vor seinem Tode enthält eine solche. Es ist sehr merk-würdig. daß selbst die bedeutendsten Männer sich vom Aberglaubenihrer Zeit nicht loslösen konnten, so erleuchtet ihr Geist sonstwar. Dies zeigt z. B. Kepler, dem wir die Entdeckung derGesetze der Planetenbewegungen verdanken. Er war noch in derAstrologie befangen, und stellte dem 22jährigeu Wallensteinin Prag das Horoskop bei Tycho de Brahe. Eine Abschriftdavon, mit merkwürdigen astrologischen Zeichen bedeckt, zu welcherWallenstein einige Bemerkungen gemacht hat, befindet sich in derBibliothek zu Dresden. Es lautet dahin, er werde nach einemviertägigen Fieber im 70. Jahre seines Lebens sterben. Er trugauch sein Leben lang ein Horoskop auf der Brust; kurz, erglaubte an die Sache. Er thut jim Drama Schillers, der des-wegen astrologische Studien gemacht hat, den Ausspruch: „DieSterne lügen nicht, das aber ist geschehen wider Sternenlauf undSchicksal" (der Verrat des Piccolomini) und führt im Gegensatzdazu fort: „Die Kunst ist redlich, doch dies falsche Herz trägtLug und Trug in den wahrhaft'gen Himmel", ein scheinbarerWiderspruch, denn, wenn die Sterne nicht lügen, so kann eineinzelner Mensch nicht, was sie wollen, vernichten. Aber indiesen beiden Allssprüchen liegt eine feine Andeutung; denn dieAstrologen, namentlich in den späteren Jahrhunderten, wo sie wiedie römischen Auguren sich von dem Wahn, den sie übten, un-zweifelhaft überzeugt hatten, hatteil im Laufe der Zeit ihremKartenhause eine Hinterthür angebaut, indem sie, wenn dieProphezeiung nicht eintraf, was freilich in der Regel der Fall