XXIV.
Die AnterrichtsgegeiMnde von dem Standpunkte desGntwickelungsprinzipes ans.
Die moderne Pädagogik wurzelt in dem Entwickelungs-prinzip, dem eigentlichen Lebensprinzip des einzelnen Menschenund der Nationen; die ältere basierte auf dem Lernprinzip, d. h.auf dem Gedanken, daß der Mensch in betreff der intellektuellenAusbildung sich den zum Bewußtsein der Menschheit gebrachtenSchatz des Wissens und der Wahrheit anzueignen, ihn, denfertigen als fertigen, zu empfangen, zu lernen habe. Diesesletztere will die moderne Pädagogik auch, sie muß es wollen;aber sie will es auf dem Wege der Entwickelung der Geistes-kräfte. Darin liegt ein zwiefacher Gedanke: nicht bloß der, dendie ältere Pädagogik allein im Auge hatte, daß sich der Geist andem Erfassen des von anderen Gedachten und dem Nach- Denkendesselben stärke und entfalte, sondern auch und hauptsächlich der,daß der Meusch erfahre und erkenne, wie dieser Gedankengehaltgefunden worden. Dieses Zweite wird dann im vollkommenstenMaße der Fäll sein, wenn es möglich ist, die Gedanken, denInhalt der Wahrheit, selbst zu erzeugen.
In letzterer Beziehung zerfallen die Gegenstände des Denkensin zwei Arten, erstens in solche, welche fertig sind, als vollendeteErzeugnisse dem Geiste vorliegen und deren Beschaffenheit be-griffen werden soll. Dieses sind die Gegenstände des Seins.Die zweite Art bilden diejenigen, welche der Geist selbständig zukonstruiereu im staude ist.
Es versteht sich von selbst, daß alles, was da ist, ge-worden ist, und daß also der vollendete Menschengeist die Artdes Werdens noch einmal nachkonstruieren könne. Aber der