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„Ein höherer Ursprung hat nichts für sich, selbst nicht dasZeugnis der morgenländischen Schrift (des A. T.); denn diesegiebt offenbar der Sprache einen menschlichen Anfang durchNamennennung der Tiere *. Die menschliche Erfindung hat allesfür sich und durchaus nichts gegen sich: Wesen der mensch-lichen Seele und Element der Sprache; Analogiedes menschlichen Ges chlechtsundAnalogiedesFort-gangs derSprache; das große Beispiel aller Völker,aller Zeiten und Teile der Welt."
„Der höhere Ursprung, so fromm er scheine, ist durchausungöttlich; bei jedem Schritte verkleinert er Gott durch dieniedrigsten, unvollkommensten Anthropomorphieen. Der mensch-liche Ursprung zeigt Gott im größten Lichte: sein Werk, einemenschliche Seele, durch sich selbst eine Spracheschaffend und fortschaffend, weil sie sein Werk,eine menschliche Seele ist. Sie baut sich diesen künst-lichen Sinn ihrer Vernunft als eine Schöpferin, als ein Bildseines Wesens. Der Ursprung der Sprache wird also nur aufeine würdige Art göttlich, sofern er menschlich ist."
„Der höhere Ursprung ist zu nichts nütze, und sogar schädlich.Er zerstört alle Wirksamkeit der menschlichen Seele, erklärt nichtsund macht alle Psychologie und alle Wissenschaft unerklärbar;denn mit der Sprache haben ja die Menschen alle Samen vonKenntnissen von Gott empfangen. Nichts ist also ans dermenschlichen Seele; der Anfang jeder Kunst, Wissenschaft undKenntnis ist also immer unbegreiflich. Der menschliche Ursprungläßt keinen Schritt thun, ohne Aussichten und ohne die frucht-barsten Erklärungen in allen Teilen der Philosophie, in allenGattungen und Vorträgen der Sprache."
Die Sprache ist demnach menschlichen, natür-lichen Ursprunges.
Die Akademie krönte die Abhandlung, die sich die Achtungund Beistimmnng der ganzen gebildeten Welt gewann.
* „Gott brachte die Tiere zu dem Menschen, das, er sähe, wie er sienennete; denn wie der Mensch allerlei lebendige Tiere nennen würde, sosollten sie heißen." Gen. 2, 19.