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versteht, welche dem Wesen der germanischen Natur, also vor-zugsweise dem Prinzip der individuellen Freiheit gemäß ist, diesich in praktischer Beziehung der Erstrebung allgemein-mensch-licher, humaner Zwecke unterordnet. In diesem, aber auch nurin diesem Sinne können wir den Begriff adoptieren. —
Ich beschränke mich auf das, was außerdem wesentlich hier-her gehört.
Das Prinzip der individuellen Freiheit hat auch in derSchule Geltung; außerdem ist seine Beachtung in der Bildungs-austalt für Lehrer von der höchsten Bedeutung.
In der Schule ist der Lehrer der Herr und Meister, erherrscht nicht nur, sondern er regiert auch, von ihm geht derGeist oder der Ungeist ans. Des darf, des soll er sich stets be-wußt bleiben; es ist seine Schule, sie wird des Gepräge seinesindividuellen Geistes an sich tragen. Wo solche individuelle Be-stimmung nicht sicht- und fühlbar märe, da fehlte eben demregierenden Geiste die bestimmende Kraft. Man will daher, trittman in eine Schule, nicht abstrakten, sondern konkreten Geist,individuelle Gestaltung wahrnehmen. Jene Zuversicht, jenesSelbstvertrauen darf den Lehrer beherrschen, dieser Erscheinungdarf man gewärtig sein.
Wer aber daraus ableiten wollte, daß er nun nach Beliebenund Willkür in der Schule schalten und walten könne und alles,wenn nicht gelobt, doch anerkannt werden müsse, der würde ebendas anerkennenswerte Prinzip der individuellen Freiheit in ver-derblichster Weise übertreiben, im höchsten Grade mißbrauchen.Wohl, deine Schule hat den Ansdruck deines Geistes, aber dieserGeist soll der rechte sein, und er wird der rechte sei», wenn dudie Schule nicht als dein Eigentum, sondern dich als das Eigen-tum und als den Diener der Schule und ihrer wichtigsten Zweckebetrachtest. Ich darf wohl hier das individuelle Geständnis ab-legen, daß mich das Bewußtsein des letzteren, solange ich Lehrergewesen, nie verlassen, sondern stets beherrscht hat. Hier gilt dasWort: „Immer strebe zum Ganzen," immer diene dem Ganzen!
Besonders aber darf der Lehrer nie darauf denken, demSchüler die Signatur seiner eignen Geistesbeschaffenheit aufzu-