Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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mit der Innerlichkeit nnd den natürlichen Folgen dieser Eigen-schaften übereinstimmt, das ist Deutsch, das sagt der ger-manischen Natnr zu, das fördert sie; die Gegenteile davon abersind der deutschen Natur zuwider, sind undeutsch, verzerren undverderben sie, hemmen ihre freie, naturgemäße Entwickelung, sinddaher auf deutschem Boden nicht zuzulassen und müssen, solltensie sich auf demselben eingenistet haben, durch Erkenntnis ihrerSchädlichkeit wieder beseitigt werden.

Die allgemeine Antwort könnte genügen, wenn mir nichteinen speziellen Zweck, den pädagogischen, in: Auge hätten; es istdaher nötig, in Spezielleres näher einzugehen. Der vollständigenAufzählung dessen, was nach meinem Ermessen Deutsch undwas Uudeutsch ist, bedarf es nicht; nach dem oben vorgelegtenMaßstabe kann der Leser alles einzelne, was ihm vorkommt, be-urteilen; aber deswegen bedarf es auch keines Beweises, einzelneHinweisungen auf Gründe reichen hin. Ich appelliere übrigensauch an das eigne Urteil, an das innere Bewußtsein, an dasGefühl der Leser, welche selbst Individuen der Menschenspeziessind, die ich schildere, und die daher die allgemeinen Charaktere, dieich angebe, in sich wiederfinden müssen, wenn ich jene richtig er-kannt habe, und sie selbst richtige Deutsche sind.

Deutsch, nr-, kern- und wurzelhaft-dentsch istdie Wiederholung sei gestattet

t. Das Leben im Gemüt, die Herrschaft des Gemüts, derAusgang der Antriebe zu Vorstellungen und Willensbestrebungenvom Gemüte ans, die damit verbundene Innerlichkeit des Lebens,die Wertlegung auf die eigne Persönlichkeit, die Selbstschätzung,das Streben nach individueller Freiheit im Fühle::, wie in:Denken uuv Wollen; die Gegenteile sind undeutsch: das Lebenin Äußerlichkeiten, die Herrschaft des abstrakten Verstandes; dieSelbstwegwerfung, die Abhängigkeit von fremden Autoritäten,das Verzichtleisten auf eignes Denken, Glauben, Fühlen, dasAufgehen der Persönlichkeit, alles dieses kann möglicherweise demWesen andrer Völker zusagen, den: Franzose», dein Italiener, demGriechen, aber dem Deutschen gewiß nicht. So im allgemeinen.

2. Deutsch ist der Ernst, undeutsch die Leichtfertigkeit.

Diesterwsg, Ausgew. Schriften. 2. Ausl. III.