Tyrannei. Heeresmassen allein hätten dieses nicht vermocht; ohnedie nationale Begeisterung wäre der Sieg nicht errungen worden.
Seitdem schwieg man größtenteils wieder von deutscherNationalität, namentlich von deutscher Einheit. Entweder hieltman dieselbe für gesichert — durch den Bundestag; oder manverzweifelte daran, etwas für sie thun zu können; oder manbesorgte — namentlich nach den Ereignissen der Jahre 1817, 1819und 1823 —, wenn man ihre Notwendigkeit darthue, auf dieFinger geklopft zu werden. Die große Sache geriet in Ver-gessenheit, die Nation als solche schlief.
Da erschien das Jahr 1848 und mit ihm trat der Gedankean deutsche Nationalität und deutsche Einheit wieder hervor.
Ein deutsches Parlament — wer hätte vorher daran zudenken gewagt? — wurde nach der alten Kaiserkrönuugsstadt be-rufen, mit dem Aufträge, die deutsche Einheit und mit ihr Kraftund Stärke der deutschen Nation herzustellen.
Natürlich erwachte in den deutschen Erziehern und Lehrernderselbe Gedanke, und sie erkannten es als ihre Aufgabe, dieKinder deutscher Eltern deutsch zu erziehen; die deutsche National-erziehung wurde ein Gegenstand der Besprechung deutscher Päda-gogen und der Behandlung in Schriftwerken.
Seitdem geht die Sache fort, sie wird in einer großen Zahlvon Aufsätzen in den pädagogischen Journalen behandelt, und esscheint, daß, nachdem jener großartige Versuch gescheitert ist, esden Pädagogen nun um so wichtiger scheint, der Idee einerdeutschen Nationalerziehung nachzugehen, ihre Wichtigkeit, ihrWesen und die Mittel zu ihrer Erreichung darznstellen und dieZeitgenossen für ihre Überzeugungen zu gewinnen.
Ohne den Wert dieser Darstellungen und Leistungen auftheoretischem Gebiete bestreiten zn wollen, begeht man doch wohlkeine Ungerechtigkeit, wenn man meint, daß in dieser, wie jeder-mann ohne Beweis anerkennt, wichtigen Angelegenheit nochmanches zu leisten und zu thun sei; der Gegenstand ist, um meiueMeinung zu sageu, nicht erschöpft, nicht grundmäßig behandelt.
Zu diesem Urteil halte ich mich um so mehr für berechtigt.