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der Juni- und Juli-Sonne weichen werden? O, du „Klein-gläubiger!" Ein Tag, der auflösende Süd- und Westwindebringt, vernichtet spurlos die Schnee- und Eisdecke, und diejunge Saat steht in ihrem Frühlingskleide hoffnungsvoll vordeinem Blick! —
Hörst du die Kreuzritter sagen: „der Macht veränderter,vollendeter Thatsachen läßt sich nie und nirgends ausweichen";so kannst du erwidern: aber die Folgen jeder Thatsache könnendurch andere Thatsachen vernichtet werden. Dagegen wissen siedem Satze der Philosophen, „der Macht neuer Ideenläßt sich nie und nimmer ausweichen", nichts entgegen-zustellen. Eine Thatsache vernichtet die andere; aber gegenwahre Ideen giebt es keinen Schutz. Nichts ist mächtiger als sie.Gegen die Kopernikanische Idee der Weltbewegung haben selbstdie Jnquisitionstribunale nichts vermocht *. Die Wahrheit bleibtSiegerin und feiert über ihre Gegner — selbst während diesenoch zu siegen scheinen — ihre stillen Triumphe.
„Es giebt Zeiten, in welchen die Staatsverfassung einesVolkes weder bestehen kann, wie sie ist, noch auch für jetzt soumgestaltet werden, daß sie bestehen könnte. Das sind die Zeiten,wo das alte mit dem neuen, der bisherige Zustand der bürger-lichen Gesellschaft mit einein andern noch unentschiedenen undvon der Entscheidung weit entfernten im Kampfe liegt."
Man wende diese Wahrheit auf die Kirche und folglich auch— denn ohne Feststellung der Situation der Kirche wird dieSchule keine bestimmte Stellung erlangen — auf die Schule an,und man erkennt die Ursache der gegenwärtigen schwankendenLage derselben.
* Ein denkwürdiges Beispiel der unwiderstehlichen Macht der Er-kenntnis liefert die Gegenwart.
Galilei wurde der Märtyrer der Kopernikanischen Weltanschauung.Das Jnquisitionstribunal verurteilte sie und warf ihren Verteidiger inden Kerker. Die Erde sollte sich nicht bewegen. Jetzt (1852) wird der vonFoucault entdeckte oder gefundene neue Beweis der Drehung der Erdein den Domen der römischen Kirche allem Volke vorgeführt. „Er-kenntnis der Macht", und keine Macht der Erde vermag es, den Fortschrittder Erkenntnis aufzuhalten.