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3 (1891)
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was natürlich und gut ist; kurz also, wer der Neuzeit, ihrenErwartungen und Forderungen dienen will durch künstlichesMachwerk irgend einer Art, oder wer überhaupt die Zeit unddie Menschen machen, und nicht wachsen und werden lassenwill: der gehört eben selbst zu denjenigen, die er bekämpft, znunfern Gegnern, deren Verkehrtheit eben darin besteht, daß siedie Menschen und die Dinge machen wollen under versteht, wie ich sagte, von Menschennatur, Jugendentwickelungund Glück nicht das Geringste. Gott bewahre uns vor solchenVerirrungen! Den Abscheu davor sauge ich nicht aus denFingern, sondern ich habe davon einiges im Leben gesehen.Beim Zeus, lieber die alten, ehrbaren, von der Jugend ge-fürchteten Zopf- und Prügelmeister, als die alle Zucht undOrdnung aufhebenden, zur Kritisier- und Schwatzsncht an-leitcnden Räsonneurs! Wahrhaftig, diese werden alles andereeher Hervorbringen, als was sie im Munde führen: eine

neue, bessere Zeit. Ohne Gesetzlichkeit, Ordnung, Zucht, Ge-horsam, Autorität, Anstrengung, Vertiefung, Stille, Hingebung,Treue und die damit verbundenen Eigenschaften giebt es keinJugendglück, giebt es keine Erziehung zur Selbständigkeit undFreiheit. Ja, wenn sich diese großen und hohen Dinge durchReden und Räsonnieren Heraufzaubern ließen, traun, wir wärenreich daran; sie gedeihen aber nur in Kraft und Stille auf demWege naturgemäßer Anregung und Bildung. Wer sie anbahntund zeitigt und zwar, was immer wiederholt werden muß, aufdem Wege der Natur, also von innen heraus, wie von selbstund darum mit Notwendigkeit und Unvermeidlich-keit, so daß die Früchte gar nicht ansbleiben können: der istein Lehrer dieser Zeit, ist ein Lehrer der Zukunft.

Der Charakter unserer Zeit ist das Ringen nachselbständiger, freier Entwickelung und Thätigkeitnach allen Seiten, Bedürfnissen und Richtungender menschlichen Natur. Hat man dieses einmal erkannt,so erkennt man auf den verschiedenen Feldern der Bewegung dieHerrschaft desselben Prinzips, und inan ist dann im stände zu

Diesterweg, Ausgem. Schriften. 2. Ausl. III.

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