Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
Seite
135
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zu seiner Basis, muß auf ihnen erbaut werden*. Den Lehrerndes höheren Unterrichts steht daher noch eine Arbeit bevor. WirElementarlehrer sind ihnen auf unfern Gebieten voraus. DieBeuekesche Psychologie ist Erfahrungswissenschaft, ihrem Prinzipnach daher die einzig richtige.

Der Unterricht soll wahr sein. Wahres soll gelehrt werden.Wahres soll das Kind erkennen, alles Falsche, Unwahre, Schiefe,Zweifelhafte soll verbannt bleiben. Aber wie macht man das?Hat man den Büchern zu folgen, den Autoritäten und welchen?den katholischen oder den evangelischen? denen vor 400 Jahrenoder den neuesten?

Aus diesen zerreißenden Fragen kommt man nur herausdurch das Prinzip der Anschauung. Lasset die Dinge anschauen,laßt sehen, was und wie sie sind, was sie enthalten, schauet sieselbst an! Die Dinge der Natur sind immer wahr. Woheranders der Zweifel, der Zwiespalt in der Welt, als daher, daßdie Menschen Meinungen und Systeme verfolgen, die mit derNatur der Dinge nicht übereinstimmen! Denselben Grund hatder Umstand, daß in den Schulen Dinge gelehrt werden, diemit dem Zeitbewußtsein der Gebildeten gar nicht mehr überein-stimmen. Die Unwahrheit, die Lüge rc. stammen nicht daher,daß man sich mit den Dingen der Natur zu viel, sondern daher,

* Seitdem man obige Wahrheit erkannt hat, sind die sogenanntenAnschauungsübungen" als Unterrich ts gegenständ auf ein Minimumreduziert worden. In dem bekannten wertvollen Buche von Graßmannnehmen sie einen dreijährigen Kursus in Anspruch; jetzt kommen sie, alseigentliche Vorbereitung und Fähigmachung für den Unterricht, nur nochin der Unterklasse vor. Sie haben dasselbe Schicksal gehabt, wie die ehe-maligen Verstandesübungen gehabt haben, die jetzigen Gedächtnisübungenhaben und die Gemütsübungen haben werden. Anfangs, wenn man die Wichtig-keit einer scheinbar oder wirklich vernachlässigten Weise des Unterrichts er-kennt, widmet man derselben besondere Lektionen; nachher aber, sobald mandie Unterrichtsgegenstände nach den Anforderungen des übersehenenMoments zu behandeln versteht, läßt man dieselben wieder fahren. Soverhält es sich auch mit den Anschauungsübungen. Nicht bloß der ersteUnterricht, sondern der Unterricht in jedem Gegenstände ohne irgend eineAusnahme (selbst die Logik und die Philosophie) muß mit der Anschauung derSache beginnen, weil jede lebendige, inhaltsvolle Erkenntnis darauf ruht-