Hand anderer, ihn zu einem „Leichnam" zn machen, wie es jenerJesuit ausdrücklich verlangte. Wer es auf solche Uniformitätanlegt, ist ein Jesuit, er gehöre nun der katholischen oder derprotestantischen Kirche an, er arbeite nun auf dem kirchlichenoder auf dem Staatsgebiete — er ist ein Jesuit.
Er duldet keine Eigenpersönlichkeit, kein eigentümlichesDenken, Fühlen und Streben; er will sein Wesen jedem auf-drücken. Dieses ist die schlechte Subjektivität, der verderblicheSubjektivismus. So gebärdet sich das Luthertum, derCalvinismus, das Papsttum als die allein heilbringende Lehreund Form. Der eine Mensch kann zu seiner Beruhigung undHeiligung an Gott, Unsterblichkeit und Tugend genug haben —er verlangt aber zugleich, daß alle andern alles übrige als Aber-glauben wegwerfen sollen: er ist ein Subjektivist. Der anderehängt nicht an diesen „abstrakten" Gedanken, wie er sie nennt,er erhebt sich au konkreten Thatsachen, er will Fleisch und Blutsehen — er verdammt aber jeden Andersdenkenden: er ist einSubjektivist. Eiuem dritten ist die Religion That, Wirken fürein glücklicheres Los der Mitmenschen — aber er erklärt alleandern, denen die Religion noch etwas anderes ist, für Schwärmeroder Heuchler: er ist ein Sujektivist. Und alle drei sind, wennsie in den Mitteln, die sie zur Ausbreitung ihrer Richtung an-wenden, eben nicht auswählerisch sind, Jesuiten. Jeder, der aufden Gebieten der Religion und des Staates etwas für sich undseine Partei begehrt, was er andern zu gewähreu sich weigert,und, wenn er es vermag, ihnen vorenthält, steht und wirkt imunlauteren Dienste des schlechten Subjektivismus. Seine Panaceeist die Ausschließlichkeit.
Die Geschichte, auch die des preußischen Staates, weiß da-von zu erzählen, von dem Wöllnerschen Religionsedikte imJahre 1788, von der ausschließlichen Begünstigung der Hegel-schen Philosophie 1825—1840, von der Bevorzugung orthodoxerGeistlichen nach dem Eichhorn scheu System, und jetzt von derBehandlung der „Dissidenten". Wie über jene Thatsachen dieGeschichte, dieses Weltgericht, geurteilt hat, weiß jedermann;