Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Von ihr kann kein Kritiker sagen, daß sie untergeschoben oder ver-fälscht sei.

Das alles beunruhigt den denkenden Menschen nicht, sondernes giebt ihm Festigkeit und Halt, Vertrauen zur Natur wie zuGott. Er bejammert sein Los nicht, daß er den Naturgesetzenunterworfen ist, sondern dieser Gedanke, diese Gewißheit erhebtund belebt ihn. Alles, was den Menschen erhebt, beruhigt ihnauch. Der Gedanke, eine Abänderung der Naturgesetze zu wünschen,kommt ihm als ein abenteuerlicher vor, der sich nur aus der ab-soluten Unkenntnis dessen, der ihn hegt, erklären läßt. Gott zubitten, seine Naturgesetze, die Ausflüsse seiner höchsten Weisheit,zu änderu, ist eiu sich selbst vernichtender Widerspruch, und dieVorstellung, daß man Erscheinungen in der Natur ohue Ursache,ohne natürliche Ursache Hervorbringen könne, ist ein Ungedanke.Vor dem Bewußtsein desjenigen, welcher davon überzeugt ist,fliehen nicht bloß die Gespenster und Hexen, die Teufel und ihreGesellen, die Zauberer und Wunderthäter, sondern auch das ganzeungeheure Heer abergläubischer Meinungen; er vertraut derNatur und ihrer Gesetzmäßigkeit, welche ist Gottes.

Aber werfen die Aber-Menschen wieder ein wenn dieNatur so unabänderlich ist, wie sieht es dann mit dem Bitt-gebet aus?

Denen müssen wir antworten, daß es mit dem Bittgebet,welches Gott anfleht, seine weise Naturordnung zu ändern, jetztso schlecht aussieht, wie es damit immer ausgesehen hat; es istein Ausdruck irreligiöser, vertrauensloser Gesinnung.

Aber dennoch kann der sterbliche Mensch dem Allwissendenseine Bitten in gläubigem Gebete vortragen. Denn warum solltenicht der endliche Mensch, wenn er nicht weiß, was die Natur-ordnung ihn: oder den Seinigen bestimmt, dem Allwissenden undAllheiligen seine Wünsche vortragen, wie das Kind dem Vaterseine Wünsche vorträgt, aber mit dem Vertrauen des Kindes, derVater werde besser wissen, was ihm fromme, d. h. mit Ergebungin den Willen des Allweisen.Ist es möglich, so u. s. w.; dochnicht, wie ich will u. s. w." Die Ausdrücke:wenn Gottwill",wenn es Gottes Wille ist" und ähnliche, sind Aussprüchedes religiös gestimmten Herzens, welche ganz dasselbe besagen