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2. Das Zweite ist das gesteigerte Verlangennach Weiterbildung überhaupt.
Es giebt Menschen, die im zwanzigsten Jahre fertig, aufdem kleinen Hügel ihrer irdischen Wallfahrt bereits angekommensind, von wo es gemach in die Flachheit der Ebene hineingeht.Das sind die Frühreifen, die Satten und die Fertigen, die, wiesie selbst wissen, zwar nicht alles wissen, aber doch, wie siemeinen, gering wissen. „Viel Wissen macht den Leib müde",und: „Christum lieb haben ist besser als alles Wissen"; das sindso recht für sie erfundene Sprüche und Sätze, mit welchen sieden entehrendsten Mißbrauch treiben.
Aber es giebt auch Menschen, die nie fertig sind, die vonJahr zu Jahr wachsen an Kenntnis und Geschicklichkeit bis zumhöchsten Alter hinaus. Solche Menschen waren z. B. Pesta-lozzi, Diuter und Wilberg, Friedrich Fröbel, undihrer giebt es auch jetzt uoch Tausende, von welchen zwar nichtöffentlich gesprochen wird, die es aber selbst wissen — zu ihremeigneu Heil und innern, unverlierbaren Glück. An diesem Be-wußtsein hat man einen wahren Talisman gegen Mißvergnügt-sein, üble Laune und äußerliches Mißgeschick. Man freut sichdes geistigen Lebens, des Wachsens im Geist, man freut sich des-selben um seiner selbst, man freut sich desselben um der Folgenwillen. Hört darüber das Wort eines Menschenkenners! (Channing.)
„Der Entschluß und der Vorsatz, sich selbstbilden und vervollkommnen zu wollen, dies ist dieSeele aller Methoden, die wir zu unserer Erhebung inAnwendung bringen. Ich wiederhole diese Grundwahrheit inbetracht ihrer großen Wichtigkeit und füge noch eine Bemerkunghinzu, um ihr Mißverstehen zu verhüten. Wenn ich von demVorsatz, sich selbst bilden zu wollen, rede, so meine ich, daß eraufrichtig sein muß. Mit andern Worten: Wir müssen dieSelbstbildung wirklich und wahrhaft zu unser»: Zweck machen,oder sie um ihrer selbst willen erwählen und nicht bloßals ein Mittel oder Werkzeug für etwas anderes. Der Menschhat sich zu bilden, weil er ein Mensch ist. Er muß seinWerk beginnen mit der Überzeugung, daß es in ihm etwas