Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
239
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Kinder entnommen, so Hecken sie arger wie die Ka-ninchen. Ihre Kinder gehen jn der Regel in den Dicnst-botcnstand über, und da sic den Begriff alter bürgerlicherSitte, Jucht und Ehre gewöhnlich nicht mitbringen, wosollten sie ihn dann wahrend des Dienstes erlangen können?

Der Hauptgegcnstand, den der Vers, jenes Aussatzessich vorgesetzt, ist auf den nachtheiligcn Einflüß der inden Städten und Dörfern übcrzablrcich vorhandenen undimmer starker anwachsendcn Schenken auf die Moralität desGesindes aufmerksam zu machen und hierin hat er vollkom-men recht. Er erwähnt unter andern eines Engländers,der an seinem Ort zwei Schenken aufgehoben habe, weil,durch ihr Vorhandenscyn das Gesinde verdorben wurde.

Ein jeder" sagt erwird mit mir die Erfahrunggemacht haben, daß überall, wo Schenken dem GesindeGelegenheit geben, sich an Sonn- und Festtagen, undselbst zur Abendzeit an Werktagen, aufzuhalten, dasselbeeine eigene Art von Verwilderung, die an Liederlichkeitgränzt, annimmt. Jeder Groschen wird gewöhnlich hic-hcr getragen und in Branntcwein vertrunken. Das ver-diente Lohn will dann zum Anschaffen der bcnöthigtcnKleidungsstücke nicht zurcichcn, und unrechtmäßig,hauptsächlich durch Betrug der Herrschaft, erworbene Mit-tel müssen den Mangel ersetzen. In der Schenke machensic Bekanntschaften, die sie zu diesem Verfahren aufmun-tcrn, und ihnen die nothwendige Hülfe dazu darbicten.Oft wird hier Parthei gegen die Herrschaft gemacht, manbcrcdcr hier das Gesinde zur Widerspenstigkeit und haltverabredeter Weise zusammen, so daß zuletzt die Herr-schaft nachgeben muß."

In einem großen, früher! sehr wohlhabenden, Dorfewaren mehrere Branntwcinschcnkcn. Jede derselbenhatte ihre Gäste, so daß vom Morgen bis in die Nachtdie Tische besetzt waren. Es ward zur Gewohnheit,Morgens dort sein Schlückchen zu nehmen, und Abendssich mit den Nachbarn zu unterhalten. Die Gäste warenzwar mchrcnthcils Hausväter, aber die Knechte ahmtenihnen treulich nach. Sic kamen ebenfalls Abends in ge-wisscn Oertern zusammen und Sonntags war in der Regelin zweien privilegirten Schenken Tanz. Bei diesem wur-dcn die Mädchen mit den Burschen bekannt und fügtensich in die allgemeine Gesinnung. Selten kam eine obneSchwangerschaft in die Ehe und das allgemeine Ehrgefühl