über welche hinaus die Fürsorge des Staats sich nicht er-strecken darf. Ihm ist es Pflicht, das Gewerbe zu schützen,aber nicht den einzelnen Gewcrkömann. Geht dieser in derKonkurrenz unter, so wird er auch in der Gewerbefreihcitam ersten die Mittel finden, sich auf andre Art wieder auf-zuhelfcn. Nur der Ungeschickte und Trage wird unwider-bringlich ihr Opfer; aber sein Verlust ist Gewinn für'öGanze.
IV.
lieber Verschlechterung de§ Gesindes, insbesondreaus dem Lande.
(Aus No. Y 5 > des Rh. W. Anz. vom Jahr i8iy.)
Im Septcmberheft von Pohls Archiv für deutscheLandwirthschaft steht ein Aufsatz über die Verschlechterungdes Gesindes, zu dem wohl jeder deutsche Hausvater einenreichen Kommentar liefern kann.
Mit Recht schiebt der Verfasser einen Theil der Schulddieser Verschlechterung auf die Herrschaften selbst. Er sagt,daß diese nur darauf dachten, das Gesinde zu benutzen, cswäre aber vielmehr ihre Pflicht, auf die Moralität ihrerDienstboten zu sehen und alles Mögliche anzuwcnde», umdasselbe wahrend des Dienstes nicht blos gut zu erhalten,sondern auch noch zu verbessern. Wir stimmen ihm hierinbei; wie viele Haushaltungen aber sind nicht zur Verschlech-terung des Gesindes mehr, als zu dessen Verbesserung ein-gerichtet? — wie gleichgültig sind die meisten Herrschaftenüber die Moralität und über die sittliche Aufführung ihresGesindes? und wie ist binnen den letzten Jahrzehcndcn je-nes patriarchalische Verhältnis; der früher» Zeit zwischenHerrschaft und Gesinde fast bis auf die letzten Spuren ver-loschen? — Uns scheint es, als wenn der Hauptgrundhievon in der ganzen Ansicht, die man dem Gcsindewcscnzum Grunde legt, und die zuerst voll den modernen Rechts-tes Verbrauchs a» Mützen und Haube», an Ober- und Unterrbcken rc.anzulegen, oder gar die Zöpfe und TvupccL zu zählen und ihrVerbält-«iß mit der Zahl der Friseure zu berechnen. Haben aber BcschrHn-kung der Gewerbefreihcit und Junftverfasfungcn so lange und an sovielen Orten ohne jene ganz kleinliche StaatSkontrollc statt finden kön-nen, warum sollten sie bei uns nur mit einer solchen verblenden svrt-»asteben können?! H, K.