Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
222
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und feuerfest dabei, dick waren die Mauern, groß die Haus-flur, breit die Treppe, fest die Thürcn und mit tüchtigenSchlössern und Riegeln versehen; Alles war aufseinen wah-ren eigentlichen Zweck berechnet. Gegenwärtig werden diemeisten Hauser auf Spekulation gebauet; je wohlfeiler jebesser; der Mauer wird der halbe Stein abgehandelt; engund kurz mögen die Zimmer seyn, wenn nur die Zahl her-auskommt, um recht viel vermicthen zu können. Die mög-lichst größte Menge schmaler, an einander gereihter Fenstermüssen dem Hause zur Empfehlung dienen. Gelingt cS,deren drei in einem Zimmer zusammen zu pressen, so wirdeS zum Saale gestempelt, wenn cs auch kaum einen Al-koven unserer Vorfahren in sich fassen könnte.. Vor allenDingen muß das Haus schnell fertig seyn, damit es sichbald verzinse, sollte cs auch darüber ewig feucht uud stockigbleiben. Ungerecht wäre es, diese Mängel den heutigen Ar-beitern verwerfen und deshalb den ehemaligen löblichenJunftgcnoffcn nachsctzcn zu wollen; sie liegen in der Ten-denz eines frivoler gewordenen Zeitalters. Zum Glücke ha-ben wir den Beweis, daß, wenn cs gilt, und man dieKosten nicht scheuet, sich auch jetzt noch ein Schinkel mitwackeren Gehilfen findet, die Denkmäler darzustcllcn wis-sen, der schönsten architektonischen Zeiten würdig. Nichtminder wird auch in Gegenständen des Hauörathcs und derBekleidung , jeder der vollkommene Arbeit verlangt und be-zahlen will, sic auch jetzt noch erhalten können, gleichviel,ob bei Zünftigen oder Ünzünftigen. Wer aber vor Allemauf Wohlfeilheit sicht, der muß sich freilich mit Mcßgutbegnügen.

Daß nicht das Zunftverhältniß und eben sowenig dieGcwcrbcfrcihcit, über gute Pdcr schlechte Arbeit im Allge-meinen entscheiden, davon kann man sich in der Preußi-schen Monarchie praktisch überzeugen, da sie noch Pro-vinzen zählt, wo die letztere nicht cingeführt ist, sonderndie Zünfte der Zeit noch unangetastet bestehen und ihreausschließlichen Rechte ausüben. Dies ist namentlich derFall im Hcrzogthumc Sachsen, im Kottbusser Kreise, inNeu-Vorpommern und unter gewissen Modifikazioncnauch im Großherzogthume Posen. Noch ist aber niemandmit der Behauptung ausgetreten, daß in den genanntenLänder - Thcilcn besser gearbeitet werde als in der Resi-denz, oder auch nur besser als in gewcrbcfreicn Landstäd-ten, und man hört nicht, daß die Bewohner der benach-barten