Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
208
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gewisse Formen vorschreibcn muß; und sic sind gehässig,weil der Unterthan wider Willen zu Mitthcilungen undOffenlegung seines Verkehrs gezwungen wird. Um allediese große» Uebclstände zu vermeiden, dennoch aber diepolizeiliche Obliegenheit zu erfüllen, bleibt nur der Aus-weg übrig, die Aufsicht durch die zu Beaufsichtigendengegenseitig übereinander führen zu lallen, indem das eigeneInteresse der Mehrheit dem Privat-Jntereffe des Einzelnenallemal gegenüber gestellt wird, und der Staat sich nurdie Schlichtung der daraus hervorgehcndcn StreitigkeitenVorbehalt. Dies ist überhaupt das große Gchcimniß derStaatsverwaltung, welche in eben dem Grade wirksamerwird, jemehr sie mittelbar durch die eigne Lhätigkeitund Aufmerksamkeit der Unterthanen ihre Zwecke zu er-reichen versteht und dadurch zugleich den unzuberechncn-dcn Vortheil erlangt, daß sie nie ein Gegenstand desHasses oder dcS Vorwurfes werden kann, sondern in demGefühle allgemeiner Freiheit die Liebe Aller gewinnt.Da aber, was Gestalt erhalten soll, in Zeit und Raumbegrenzt werden muß, und da ferner nur beaufsichtigtwerden kann, was man kennt und zu beurtheilcn ver-mag; so folgt von selbst, daß diese Beaufsichtigung dcSganzen Gewerbes nur ausführbar ist, insofern cs in ebenso viel begrenzte Thcile, d. h. Innungen zcrrheilt wird,als jene Bedingung erfordert. Die Vertheidiger derWillkür im Gewerbebetriebe vermeinen zwar, es bedürfeder Beaufsichtigung darum gar nicht, indem die Pfusche-rei sich selbst binnen kurzer Zeit zerstören müße, weilder Betrogene sich nicht wieder betrügen laßen werde,mithin bei freier Konkurrenz die beste Waare am Endeden Markt behaupten müße. Allein dies ist schon darumunrichtig, weil die Mittel des bei weitem größten Thcilsdurchaus unzulänglich sind, eine nachtheilige Konkurrenzauch nur kurze Zeit auszuhalten. Der gediegene undehrliche Arbeiter muß daher, um nicht zu verhungern,den Pfuschern nachgeben, die ihn durch wohlfeilere,aber auch leichtere Arbeit vom Markte zu verdrängen su-che». Wer am geschicktesten zu betrügen, daS Publikumam längsten und listigsten zu täuschen weiß, bleibt alsoHerr des Markts. Der Wetteifer der Konkurrenten wirdauf diesem Gesichtspunkt zusammen gedrängt, und da-durch alle solide Waare aus der Konkurrenz verdrängt.Der Vf. hat hiernach vollkommen recht, wenn er von